Sein Weg in den Profifußball führte nicht über eine professionelle Talentschmiede, sondern über Backnang und Göppingen. Dennoch hat sich Matej Maglica beim FC St. Gallen zu einem der besten Innenverteidiger in der Schweiz entwickelt. Zieht der VfB Stuttgart seine Rückkaufoption?
Wenn Matej Maglica von seinen Auftritten mit dem FC St. Gallen in der ersten Schweizer Liga spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Es macht richtig Laune, hier zu spielen, die Atmosphäre ist super“, sagt der Innenverteidiger. Der 24-Jährige hat sich beim aktuellen Tabellendritten, der seinen Zuschauerschnitt auf 17 500 pro Spiel erhöhen konnte, zu einem der besten Abwehrspieler der Liga entwickelt. Weshalb sich mit Blick auf die neue Saison die Frage stellt: Zieht der VfB Stuttgart bis Ende Mai die vertragliche verankerte Rückkaufoption? Diese wurde vereinbart, als der 1,98-Meter-Riese im Januar 2022 vom Regionalligisten VfB II zunächst bis 30. Juni 2022 an die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler ausgeliehen wurde, genauso wie die Kaufoption für die Schweizer, die sie Ende Juni 2022 zogen und Maglica mit einem Kontrakt bis 2024 ausstatteten.
Festgeschriebene Ablösesumme
Bisher gab es noch keine Gespräche mit dem VfB, was bei der aktuellen Lage nicht verwundert. Der Fokus beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten liegt derzeit auf dem Klassenverbleib. Doch da sich die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von kolportierten 450 000 Euro im überschaubaren Rahmen halten soll, wäre es nicht verwunderlich, wenn der VfB aktiv werden würde und sich einen Neuzugang für die Saison 2023/24 sichern würde.
Maglica gibt sich gelassen und lässt das Ganze auf sich zukommen: „Ich habe ja meinen Vertrag bis 2024 in St. Gallen und fühle mich auch rundum wohl.“ Sein Coach Zeidler (2007 Trainer bei den Stuttgarter Kickers) sagt nur so viel: „Matej hat sich Schritt für Schritt weiterentwickelt, klar würde ich ihn gerne behalten.“
Maglica war Ende 2015 mit seiner Familie aus Kroatien nach Deutschland gekommen. Er durchlief kein Nachwuchsleistungszentrum, sondern spielte statt in einer professionellen Talentschmiede bei der TSG Backnang in der U19 und im Oberligateam. Danach entwickelte er sich in der Saison 2019/2020 unter Coach Gianni Coveli bei Oberligist 1. Göppinger SV weiter, ehe der VfB auf den kopfballstarken Mentalitätsspieler mit dem starken Linksfuß und der guten Spieleröffnung aufmerksam wurde.
Fragezeichen hinter Leo Münst
Neben Maglica spielt noch ein Spieler mit VfB-Bezug beim FC St. Gallen: Leonhard Münst. Er ist noch bis 30. Juni 2023 von den Weiß-Roten ausgeliehen. Der Offensivmann hat seine schwere Knöchelverletzung aus dem vergangenen Jahr überwunden und ist körperlich stärker aus der Verletzungspause zurückgekommen.
Über die U21 des FC St. Gallen kämpft sich der 21-Jährige, dessen Bruder Robin für Oberligist 1. CfR Pforzheim stürmt, derzeit wieder an die erste Mannschaft heran: „Leo ist nahe dran“, sagt Zeidler, „für die neue Saison ist alles offen.“ Der Vertrag von Münst beim VfB läuft noch bis 2025. Der von Coach Zeidler in der nordöstlichen Schweiz im übrigen sogar bis 2027.