Einfach nicht zu stoppen: Serhou Guirassy erzielt gegen den VfL Wolfsburg drei weitere Treffer. In unserer Bildergalerie blicken wir auf die Partie zurück. Foto: Baumann

Noch ein torloses Spiel wollte Serhou „Goalrassy“ nicht erleben. Also schnürte er gegen den VfL Wolfsburg kurzerhand einen Dreierpack. Womit er den Bundesligarekord knackt – und auch dem VfB ein Novum in seiner Bundesligageschichte beschert.

Auch die Verantwortlichen können nur noch um Worte ringen, wenn sie Serhou Guirassys unglaubliche Torquote erklären sollen. „Das lässt auch mich sprachlos zurück“, sagte VfB-Sportdirektor Fabian Wolhlgemuth nach der erneuten Tor-Gala seines Topstürmers. Mit seinen drei Toren hat der 27-Jährige Angreifer vom VfB Stuttgart den VfL Wolfsburg am 7. Spieltag beim 3:1 (0:1)-Erfolg praktisch im Alleingang besiegt. Trainer Sebastian Hoeneß sprach von einer „unnachahmlichen Art“, mit welcher der Stürmer zu seinem zweiten Dreierpack in der noch jungen Saison kam.

 

Nun steht Guirassy nach sieben Spieltagen bei 13 Toren. Zur Einordnung: In der vergangenen Saison reichten Niklas Füllkrug und Christopher Nkunku 16 Treffer zur Torjägerkanone. Nach 34 Spieltagen. 13 Tore in sieben Spielen – das hat noch kein anderer in der 60-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga geschafft. Kein Gerd Müller und kein Robert Lewandowski. Hochgerechnet auf die gesamte Spielzeit käme Guirassy mit seiner derzeitigen Quote auf über 60 Tore. Gegen den VfL Wolfsburg reichten ihm 15 Minuten, um den 0:1-Rückstand in einen Dreifacherfolg zu drehen. Erst ein selbst herausgeholter Elfmeter (67.), dann zwei blitzsauber vollendete Abschlüsse (78./82.). „Ich bin nur wegen des Teams so gut“, übte er sich hinterher in Bescheidenheit.

Was einerseits stimmt. Andererseits weiß auch das Team, dass im Zweifel auf „Goalrassy“ Verlass ist. Dass der Elfmeter Mitte der zweiten Halbzeit der Kipppunkt des Spiels war, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Ein Stürmer wie Serhou Guirassy wird im Strafraum knallhart verteidigt, woraus eben auch Fouls resultieren können – und damit die Chance, einem bis dahin zähen Spiel vom Elfmeterpunkt aus die Wendung zu geben.

Novum in der Stuttgarter Bundesligageschichte

Dass Guirassy am Ende auch noch auf 3:1 erhöhte, bescherte dem VfB eine weitere Bestmarke: Zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte gewann die Mannschaft fünf Spiele in Folge mit mindestens zwei Toren Unterschied (5:0, 3:1, 3:1, 2:0, 3:1). Vier Erfolge am Stück mit zwei Toren Abstand, das gab es für den VfB zuletzt im März 1997 unter Joachim Löw. Damals stand am Ende der Saison Platz vier und der Pokalsieg.