„So bin ich grade gehalten worden“ scheint Waldemar Anton seinen Kollegen demonstrieren zu wollen. Kurz zuvor riss ihn Lucas Höler per Klammergriff zu Boden. Foto: imago images

Beim VfB Stuttgart wundert man sich nach der 2:3-Niederlage zum Auftakt der Bundesligasaison über zwei Szenen im Freiburger Strafraum und eine seltsam anmutende Regelauslegung des Schiedsrichters.

Stuttgart - Es lief die Nachspielzeit, als Lucas Höler noch einmal zupackte. Der Freiburger riss im eigenen Strafraum Waldemar Anton vom VfB Stuttgart zu Boden. Ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus blieb jedoch aus, und die Möglichkeit, aus dem 2:3 ein Unentschieden zu machen, verstrich. Die Erklärung dafür löste beim Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga hinterher einige Verwunderung aus und klang verdächtig nach Schutzbehauptung aus der Gilde der Unparteiischen.

Lesen Sie auch: die Einzelkritik

Vermutlich wäre es einfacher und ehrlicher gewesen, einen Fehler einzugestehen, als eine theoretisch anmutende Regelauslegung vorzuschieben: Die Aktion habe nicht geahndet werden können, weil der Ball noch nicht wieder im Spiel gewesen sei. „Da habe ich in Regelkunde Neues gelernt“, meinte Sven Mislintat. Der Sportdirektor führte jedoch gleich an, was dies in der Praxis bedeuten würde: „Dann könnte man sich künftig, vor Standards im Strafraum nahezu alles an Ringereinlagen erlauben, so lange der Ball nicht gespielt ist.“

Lesen Sie auch: Alles rund um den VfB

Zuvor hatte bereits eine andere Szene im Freiburger Sechzehner Aufregung auf Stuttgarter Seite verursacht. Philipp Lienhart unterlief ein Handspiel (75.). Auch dieses blieb ungeahndet, als der VfB zur Schlussoffensive blies. Mislintat vermied dennoch Kritik an Benjamin Cortus, sondern er formulierte einen Auftrag an die Schiedsrichter. „Das sollte jetzt die Messlatte für künftige Spiele sein“, sagte der Sportdirektor und vermisst gerade beim Handspiel noch immer eine klare Linie.

„Ob Elfmeter gepfiffen wird oder nicht, sollte nicht zum Glücksspiel werden“, betonte Mislintat. Und obwohl die Stuttgarter in der vergangenen Saison nicht die besten Erfahrungen mit Elfmeterentscheidungen gemacht hatten, blieb er gelassen. Denn im Grunde befürwortet Mislintat keine Inflation an Strafstößen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: