VfB-Coach Luhukay scheint von der Einkaufspolitik seines Vereins nicht ganz überzeugt zu sein. Foto: dpa

VfB-Coach Jos Luhukay sieht in dem neu verpflichteten Trio Takuma Asano, Benjamin Pavard und Carlos Mané „Perspektivspieler“ – er ist aber auf schnellen Erfolg angewiesen.

Stuttgart - Takuma Asano, Benjamin Pavard, Carlos Mané – drei Namen, drei Versprechungen auf eine bessere Zukunft beim VfB Stuttgart. Glauben zumindest die meisten Fans und Experten, die VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser in den vergangenen Tagen fleißig auf die Schulter geklopft haben. Der zeigte sich ob seiner Neuverpflichtungen ebenfalls sehr zufrieden und wurde nicht müde, die Lorbeeren mit der sportlichen Führung zu teilen. „Alle Beteiligten haben einen hervorragenden Job gemacht“, bilanzierte Schindelmeiser.

Nur einer will nicht so recht in den Lobgesang einstimmen: Cheftrainer Jos Luhukay. Als Meister der guten Laune trat er am Mittwoch jedenfalls nicht vor die Presse, als er vor dem Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim um eine Einschätzung zu dem neu verpflichteten Trio gebeten wurde.

Man dürfe die Erwartungen nicht zu hoch hängen, holte Luhukay aus, schließlich hätten die drei „in den vergangenen Jahren nur ganz wenige Spiele gemacht“ und stünden nun vor der Herausforderung, sich „möglichst schnell integrieren zu müssen“. Der Chefcoach verhehlt nicht, dass er dies für ein gewagtes Unterfangen hält. „Sie kommen aus Japan, Frankreich und Portugal. Sie müssen erst die Sprache lernen, das kann eine gewisse Zeit dauern.“

Luhukay hätte gern mehr Erfahrung geholt

Und Zeit, das ist eine Binsenweisheit, hat ein Trainer im Tempogeschäft Profifußball nur wenig. Für Luhukay gilt das in besonderem Maße. Schließlich wurde er nicht verpflichtet, um in Stuttgart langfristig etwas aufzubauen, sondern um aufzusteigen – nach Möglichkeit, sofort.

Weshalb der Niederländer, wenn auch verklausuliert, klarmacht, dass er neben den „Perspektivspielern“, wie er besagtes Trio nennt, ganz gerne auch noch den einen oder anderen erfahreneren Kicker dazugeholt hätte. Denn: „Es ist immer hilfreich, wenn man Spieler hat, die schon etwas ­vorzuweisen haben.“ Typen wie Tobias Werner oder Hajime Hosogai, deren Transfers noch zu einer Zeit eingefädelt wurden, als Luhukay den Interimsmanager gab. Also bevor Jan Schindelmeiser am 8. Juli sein Amt als Sportchef antrat.

Seither scheinen die Rollen wieder klar verteilt zu sein. Der Manager kauft ein, den Blick in die Zukunft gerichtet, der Trainer stellt auf. Im Idealfall in enger Abstimmung. Nur scheint es da im roten Haus noch Verbesserungsbedarf zu geben. So hat der 53-Jährige auf Vorschläge der sportlichen Führung mitunter sehr eigen reagiert. Empfehlungen von Jan Schindelmeiser und Sportkoordinator Marc Kienle wurden mehrfach abgelehnt.

Jetzt steht der Kader fest. „Ich arbeite mit den Spielern, die ich zur Verfügung habe“, sagt Jos Luhukay diplomatisch. Sie seien „durch die sportliche Führung vorgeschlagen und am Ende verpflichtet worden“ – Punkt.

Luhukay und sein Vergleich mit Frank Schmidt

Luhukay gibt den Mahner. Immerhin hält der Trainer, dem mit dem FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC bereits dreimal ein Aufstieg glückte, den jetzigen Kader aber für „absolut aufstiegstauglich“. In sechs bis sieben Wochen, so hofft er, müssten auch Asano, Pavard und Mané (für die ein Startelf-Einsatz am Freitag zu früh kommt) die nötige Aufstiegsreife erlangt haben. So lange hat er mit seinen Aussagen den Druck von ihnen genommen.

So offen wie am Mittwoch hat man den Fußballtrainer aus Venlo beim VfB selten erlebt. Einmal in Plauderlaune, machte er auch deutlich, als was er sein Engagement in Stuttgart betrachtet: als eines auf Zeit. „Wenn man die Historie des Vereins betrachtet, dann ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ich hier neun Jahre sitze wie Kollege Frank Schmidt“, bemerkte er mit Blick auf den kommenden Gegner Heidenheim. Ob sich hier etwas Langfristiges entwickeln könne, das hänge allein „von den Führungspositionen im Verein“ ab.

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