Will noch vor der Winterpause wieder in der Bundesliga auf dem Platz stehen: VfB-Kapitän Christian Gentner Foto: Baumann

Das Heimspiel gegen Borussia Dortmund kommt für Christian Gentner noch zu früh. Doch der Kapitän des VfB Stuttgart nimmt bei seinem Comeback immer mehr Schwung auf.

Stuttgart - Der bärtige Mann unter der Wollmütze nennt einen einfachen Grund, weshalb er sich am Montagnachmittag bei bedecktem Himmel und vier Grad Celsius als Trainingskiebitz betätigt. „Es ist die Liebe zum Fußball“, sagt der grinsende Kevin Kuranyi, der zwischen 2001 und 2005 für den VfB Stuttgart spielte und nach den weiteren Stationen Schalke 04, Dynamo Moskau und 1899 Hoffenheim im März seine aktive Karriere beendet hat.

Kuranyi wird also nicht mithelfen können, wenn es am Freitag (20.30 Uhr) in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena für den VfB gegen Borussia Dortmund darum geht, sich auch im 14. Heimspiel des Jahres die weiße Weste zu bewahren. Näher dran an der ersten Elf der Stuttgarter als der Ex-Nationalstürmer ist da schon der Mann mit der schwarzen Gesichtsmaske, der auf dem Rasen bereits wesentlich elanvoller zur Sache geht, als dies noch vor ein paar Tagen der Fall gewesen ist.

Die Maske stört Gentner nicht

Der VfB-Kapitän Christian Gentner ist der Einzige unter den zwölf Stuttgarter Feldspielern, die sich unter Anleitung von Cheftrainer Hannes Wolf zu Wochenbeginn für das Heimspiel in Schwung bringen, der 2004/05 eine Saison mit Kuranyi beim VfB gespielt hat. Doch nun zählt das Hier und Jetzt: Und aktuell arbeitet der Spielführer unter Hochdruck an seinem Comeback. Dann soll der Horrorcrash mit dem Wolfsburger Torhüter Koen Casteels, als sich Gentner mehrere Knochenbrüche im Gesicht zuzog, endgültig vergessen sein. „Die Gesichtsmaske beeinträchtigt mich nicht. Ich habe mich schon daran gewöhnt“, sagt Gentner, der angekündigt hat, noch vor der Winterpause wieder eingreifen zu wollen. „Mir geht es gut. Doch es gibt keinen Grund, volles Risiko zu gehen.“

Das Spiel gegen den BVB kommt für den Leitwolf vermutlich zu früh. „Er soll alles ganz in Ruhe angehen“, sagt Hannes Wolf, obwohl der Coach zum Auftakt dieser kurzen Trainingswoche neben den Nationalspielern Benjamin Pavard, Emiliano Insua, Timo Baumgartl, Josip Brekalo, Ebenezer Ofori und Anto Grgic auch auf die Verletzten Marcin Kaminski, Dzenis Burnic, Carlos Mané, Matthias Zimmermann und Alexander Meyer verzichten muss.

Baustelle Doppel-Sechs

Klar ist aber schon jetzt, dass Wolf auf der Gentner-Position, der Doppel-Sechs in der Spielzentrale, mit Blick auf den Freitag wieder umbauen muss – so wie das zuletzt stets der Fall war. Schließlich kehrt Santiago Ascacibar, der ebenso wie der zuletzt zwei Bundesligaspiele pausierende Holger Badstuber voll mit trainierte, nach dem Ablauf seiner Gelbsperre in die Startelf zurück. Dafür muss der vom BVB entliehene, an einer Kniereizung laborierende Dzenis Burnic gegen seinen Dortmunder Heimatverein zusehen – er ist nach der Gelb-Roten Karte in Hamburg gesperrt.

Sollten Kuranyi und die rund 60 000 Fans im Stuttgarter Stadion am Freitag nicht doch noch das äußerst überraschende Gentner-Comeback erleben, bieten sich für die Positionen auf der Dauerbaustelle Doppel-Sechs gegen den BVB daher nominell nur drei Spieler an: Santiago Ascacibar, Dennis Aogo und Orel Mangala.

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