Feinstaub in Stuttgart Neues Moos füllt die braunen Lücken

Von Konstantin Schwarz 

Frisches Moos in sattem Grün ersetzt die abgestorbenen Bereiche. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Frisches Moos in sattem Grün ersetzt die abgestorbenen Bereiche. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Forscher wollen wissen, ob Moose Feinstaub reduzieren können. In der Nähe des Neckartores an der B14 in Stuttgart musste nun nachgebessert werden.

Stuttgart - Die Umgebungsbedingungen sind offenbar mörderisch: Ein Drittel der im März dieses Jahres an der Versuchswand entlang der Bundesstraße 14 festgetackerten Moose hat den Sommer nicht überstanden. Mitarbeiter des Staatlichen Museums für Naturkunde haben die braunen Lücken am Mittwoch mit frischen Moosmatten gefüllt.

Die Moose sollen Feinstaubpartikel aufnehmen und dauerhaft binden. Die Wissenschaftler wollen mit der Versuchseinrichtung erkunden, ob das nicht nur im Labor, sondern auch unter den harten Alltagsbedingungen an einer stark befahrenen Straße funktioniert. Dafür hat das Verkehrsministerium des Landes 170 233 Euro zur Verfügung gestellt, der Gemeinderat legte 388 000 Euro dazu. Ein Jahr lang wird die Schadstoffkonzentration vor und hinter der Wand gemessen und mit Daten, die vor dem Aufbau erhoben worden waren, verglichen.

„Wir betreiben mit der Mooswand Grundlagenforschung“, sagt Sonja Thielen vom Naturkundemuseum. Bis in den Frühherbst hinein sei das Moos zwar nicht mehr durchgehend grün, aber insgesamt vital gewesen, dennoch habe man jetzt festgestellt, dass etwa ein Drittel der Fläche abgestorben sei. „Es braucht eine voll intakte Wand, um im nächsten Jahr nachvollziehbare Ergebnisse präsentieren zu können“, so Ulrich Vogt vom Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Uni Stuttgart. Deshalb ersetze man nun Teile, erklärt Thielen.

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Der Tausch kostet 5000 Euro

Die Wand ist insgesamt 300 Quadratmeter groß. Der Austausch kostet 5000 Euro. Nicht nur das Moos habe mit schwierigen Umständen zu kämpfen, so Bürgermeister Peter Pätzold. Die Messgeräte waren Vandalismus ausgesetzt. Sie seien umgeworfen und Teile der Apparatur aufgebrochen oder gestohlen worden. Damit, so Pätzold, werde ein wissenschaftlicher Versuch gefährdet.

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