Senioren-Künstler im Durchschnittsalter von 87 Jahren stellen im Ehninger Haus der Pflege Magdalena (Kreis Böblingen) aus. Das kreative Schaffen bringt den Senioren Freude und die Kunst hilft ihnen, sich zu öffnen.
Eine solche Ausstellung ist nicht alltäglich. Die Montagsmaler des Ehninger Hauses der Pflege Magdalena mit einem stolzen Durchschnittsalter von 87 Jahren luden am vergangenen Freitag zur Vernissage in den Festsaal – und der Andrang war groß. „Das ist ihr Nachmittag“, gratulierte Claudia Grieb-Hoffmann, Sozialbetreuerin und Leiterin der Kreativgruppe, den Protagonisten bis hinauf zum stolzen Alter von 102 Jahren.
Neben dem Malen in der Gruppe kann durch das gemeinsame kreative Schaffen die Kommunikation miteinander auf ganz neue Art belebt werden, weiß die Expertin. „Es muss immer Menschen geben, die es aus den Menschen herauskitzeln“, unterstrich Pflegeheimleiter Julian Krüger.
Werke aus bunten Korken standen schon im Eingangsbereich, große Mandalas schmückten die Fenster, zwischen zwei Engelsflügeln aus Papierfedern konnte, wer wollte, ein Porträt schießen lassen, und viele Stellwände zeigten, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sonst an farbenfrohen Kunstwerken erstellt haben. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben sie im Rahmen der regelmäßigen Aktion Montagsmaler Bilder, Collagen, Mobiles und vieles andere gestaltet und freuten sich nun sichtlich, ihre Kunstwerke einem breiten Publikum präsentieren zu können. Leider erlebten nicht alle Künstler den Tag der Vernissage. „Einige sind auch schon verstorben“, sagt Julian Krüger, „doch sie leben weiter durch ihre Kunst“.
Arbeitsmaterial wird immer benötigt
Zwei feste Kunstgruppen, in jedem Wohnbereich eine, gibt es im Ehninger Haus der Pflege Magdalena. Meist treffen sich sieben bis acht Künstlerinnen und Künstler, oft aber auch mehr. Geboten ist eine abwechslungsreiche Mischung an Kreativangeboten. Es wird hauptsächlich mit Acrylfarben gearbeitet, weil diese Farben einfach mit dem Pinsel aufzunehmen sind. „Wir haben aber auch schon mit Wasserfarben, Pastellkreide, Wachsfarben und Buntstiften gearbeitet“, sagte Claudia Grieb-Hoffmann. Über Sachspenden, aus denen dann wieder Neues geschaffen wird, freuen sich die Gruppen immer.
Neben individuellen Arbeiten fertigen die Montagsmaler auch Gemeinschaftswerke, bei denen jeder Einzelne Teil des Ganzen ist. Wie im vergangenen Jahr die großen Engelsflügel, mit denen in der Vorweihnachtszeit alle Menschen, die im Haus der Pflege Magdalena wohnen, fotografiert wurden.
„Wenn die Gruppen arbeiten, entsteht eine freundliche und heitere Atmosphäre, in der auch Teilnehmer, die kaum oder lange nicht gemalt haben, gerne mit dabei sind“, freut sich Claudia Grieb-Hoffmann. Sicher wird es nicht die letzte Ausstellung der Montagsmaler im Haus um ihre engagierte Kunst-Leiterin gewesen sein.