Beim Baustellenbesuch mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) haben sich auch Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (3.v.r.) positioniert. Foto: Gottfried Stoppel

Der Landesverkehrsminister glaubt, dass der Zeitplan für die vierspurige Erweiterung der Bundesstraße eingehalten wird – trotz jüngst bekannt gewordener Schwierigkeiten.

Backnang - Trotz der Verzögerung durch Probleme bei der Tunnelplanung im Ortsteil Waldrems ist Winfried Hermann (Grüne) zuversichtlich: Der vierspurige Ausbau der B 14 bis Backnang-West soll wie vorgesehen bis zum Jahr 2026 fertiggestellt werden. Das hat der Landesverkehrsminister am Mittwoch im Rahmen seiner Tour mit Etappen an mehreren neuralgischen Straßenbaustellen betont.

Probleme mit dem Grundwasser unter dem Tunnel

Auf dem sogenannten Bauabschnitt 1.1. zwischen der Anschlussstelle Nellmersbach und der Kreuzung Waldrems, biegen die Bauarbeiter mit leichter Verzögerung auf die Zielgerade ein. Die westlichen Fahrstreifen sind provisorisch fertiggestellt, auf der Gegenspur wird just seit Mittwochmorgen der Asphalt aufgetragen. Bis Ende September könne der dann vierspurige Straßenabschnitt wohl freigegeben werden, schätzt Jasmin Eppli, die Leiterin des eigens in Waldrems eingerichteten Baubüros des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Eigentlich hatte man nahtlos an die aktuelle Maßnahme anknüpfen wollen, doch die Realisierung des gut 150 Meter langen Tunnels gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bei hydrogeologischen Untersuchungen haben Gutachter zwei Grundwasserstockwerke entdeckt, die nicht miteinander vermischt werden dürfen. Nun sind komplizierte Rohrleitungssysteme nötig, zudem müssen Änderungen im Bauentwurf vorgenommen werden, die das Bauwerk in einigen Bereichen über die genehmigten Grenzen hinaus verbreitern. Das zieht neuerliche Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern nach sich.

Bau des zweiten Murrtalviadukts wird vorgezogen

Den Gesamtzeitstrahl des insgesamt rund 7,5 Kilometer langen Ausbaus der B 14 soll das aber nicht verlängern. Das hofft nicht nur der Verkehrsminister, auch Andreas Hollatz, der Leiter der Abteilung Straßenwesen und Verkehr im Regierungspräsidium Stuttgart, glaubt, dass eine Fertigstellung bis zum Jahr 2026 möglich ist. Dank der für viele überraschenden Gesamtfreigabe des Projektes durch den Bund könne eine andere Maßnahme vorgezogen werden. Man werde sich nun auf den Bereich Backnang-West, den Bau des zweiten Murrtalviadukts, konzentrieren und parallel die Planungen für den Tunnel bei Waldrems aktualisieren. Gleich loslegen wird man mit dem Bau des Brückenwerks am westlichen Ortsende von Backnang freilich nicht können. Die Bauleistung müsse zuvor europaweit ausgeschrieben werden, bestätigt Jasmin Eppli. Bis zur Vergabe werde es wohl ein Dreivierteljahr dauern. Vermutlich könne man noch 2019 beginnen.

Insgesamt 136 Millionen Euro sind für den vierspurigen Ausbau der B 14 von Nellmersbach bis Backnang-Waldrems angesetzt. Das Geld ist im Bundesverkehrswegeplan auch bewilligt. Beim Vor-Ort-Termin mit dem Minister freilich hat der Regierungspräsident Wolfgang Reimer am Mittwoch schon mal zaghaft durchblicken lassen, dass das nicht reichen wird: „Wir werden wahrscheinlich schon 150 Millionen brauchen.“

Auch der Albaufstieg soll ausgebaut werden

Neben Backnang hatte Hermann auch das Nadelöhr der A 8 am Albaufstieg von Mühlhausen nach Hohenstadt besucht. Auf sein Betreiben hin soll dort nun doch der sechsstreifige Ausbau der Autobahn realisiert werden. Das Planfeststellungsverfahren für dieses Vorhaben war seit mehr als zwölf Jahren ausgesetzt gewesen. Würde der Neubau umgesetzt, wäre die A 8 von Stuttgart bis München durchgängig mit sechs Fahrstreifen ausgebaut.

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