Die Körsch bietet für Spaziergänger eine Idylle – meistens. Foto: privat/TY-Oerny B.R. Lunke

Immer wieder gelangt Dreckbrühe aus Regenüberlaufbecken in die Gewässer. Dies war jüngst in der Körsch bei Stuttgart-Plieningen der Fall. Elektronische Warnsysteme sollen das bald verhindern.

Plieningen - Naturfreunden stinkt es gewaltig, wenn übel riechendes Abwasser Bäche und Seen verunreinigt. Dies war vor geraumer Zeit am Elsenbach in Vaihingen der Fall, und nun auch an der Körsch bei Plieningen. Ein Leser unserer Zeitung schrieb uns, er sei mit dem Fahrrad im Ramsbachtal von Schönberg bis zur Mündung in die Körsch vor der Kläranlage Plieningen gefahren. „Wunderschön klar war das Wasser, aber circa 200 Meter vor der Kläranlage wurde das Wasser plötzlich trüb, und es bildeten sich Schaumkrönchen“, schrieb er. Er habe gehalten und als Ursache dreckige Brühe entdeckt, die aus einem Betonrohr am linken Bachufer ins Gewässer geflossen sei.

Umweltschutz, schreibt der Leser, sei eben weit mehr als nur die Eindämmung des Klimawandels: „Es ist doch aber klar, dass unsere Hinterlassenschaften in den Oberflächengewässern ins Grundwasser gehen und auch die Weltmeere verschmutzen.“ Die Menschen belasteten das Trinkwasser, das immer aufwendiger gereinigt werden müsse. „Es ist ja nicht nur so, dass Abwässer stinken, nein, eigentlich sind sie eine chemische Brühe, mit allerlei Schadstoffen“, resümiert er.

Der Vorfall ist den städtischen Dienststellen bekannt. „Das war war am Ostermontag. Ich hatte Bereitschaftsdienst und bekam gegen 18 Uhr die Nachricht. Ich bin mit einem Meister sofort an Ort und Stelle gefahren“, sagt der Tiefbauamtsmitarbeiter Robert Hertler.

Es habe sich rasch gezeigt, dass die Brühe aus einem verstopften Regenüberlaufbecken in Ostfildern-Kemnat gekommen sei. „Wir haben dann sofort die Stadtwerke in Ostfildern angerufen, und die Mitarbeiter dort haben gleich den Notablassschieber geöffnet“, sagt Robert Hertler. Innerhalb von zwei Stunden sei die Gefahr gebannt gewesen.

Die Dreckbrühe, vermutet der Stuttgarter Tiefbauamtsmitarbeiter, sei mit Sicherheit eine ganze Weile in die Körsch geflossen. „Wer solche Dinge beobachtet, sollte sie uns umgehend melden. Wir reagieren sofort. Ich habe das Essen stehen lassen und bin losgefahren. So würde es jeder andere Kollege auch machen. Hinweisen gehen wir sofort nach“, sagt Robert Hertler.

Das schmutzige Wasser kam aus Ostfildern

Der Großteil der Rückhaltebecken, sagt der Mitarbeiter des Tiefbauamts, werde jetzt schon elektronisch überwacht. Das Becken in Ostfildern dagegen sei technisch noch nicht aufgerüstet: „Wenn es erst einmal umgebaut sein wird, dann kann solch ein Vorfall nicht mehr passieren.“ Bis dahin werde nicht mehr viel Zeit vergehen, denn es gebe eine Vorgabe des Landes, nach der alle Becken mit elektronischen Warnsystemen ausgerüstet werden müssten.

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