Überschuldungsstatistik Die wichtigsten Gründe für Überschuldung

Von Imelda Flaig 

Der Weg zur Schuldnerberatung ist für viele Bürger, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, unausweichlich und eine wichtige Hilfe. Foto: dpa
Der Weg zur Schuldnerberatung ist für viele Bürger, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, unausweichlich und eine wichtige Hilfe. Foto: dpa

Fast sieben Millionen Deutsche sind überschuldet. Arbeitslosigkeit ist einer der Gründe, warum die Deutschen in die Schuldenfalle geraten – aber nicht der einzige.

Stuttgart - Es kann im Prinzip jeden treffen: Arbeitslosigkeit, Trennung, gesundheitliche Probleme – die Auslöser für Überschuldung sind vielfältig. Jede fünfteÜberschuldung im Jahr 2017 war allerdings in Deutschland wegen Arbeitslosigkeit, wie das Statistische Bundesamt anlässlich der derzeit laufenden Aktionswoche Schuldnerberatung mitteilt. Auch eine auf lange Sicht unzureichende Einkommenssituation – also ein längerfristiges Niedrigeinkommen – führte in sieben Prozent der Fälle zur Überschuldung. Unterm Strich geht somit mehr als jede vierte Überschuldung (28 Prozent) auf weggebrochenes oder zu geringes Arbeitseinkommen zurück.

Manchmal können Menschen auch wegen Krankheit ihre Kredite nicht zurückzahlen oder leben über ihre Verhältnisse. In 15 Prozent der Fälle führten gesundheitliche Probleme der Schuldner zu finanziellen Schwierigkeiten und schließlich in die Überschuldung. Bei weiteren 13 Prozent waren finanzielle Folgen einer Trennung beziehungsweise Scheidung oder der Tod des Partners der Hauptauslöser. Überschuldung durch unangemessenes Konsumverhalten – im Fachjargon unwirtschaftliche Haushaltsführung – war in zwölf Prozent der Fälle der Hauptgrund. Bei acht Prozent war die gescheiterte Selbstständigkeit die Hauptursache der Überschuldung.

Diese vorläufigen Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2017 beruhen auf Angaben von 528 der insgesamt rund 1400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu rund 127 000 beratenen Personen.

Baden-Württemberg schneidet im Bundesvergleich gut ab

Obwohl die Wirtschaft floriert, sind in Deutschland viele Menschen in der Schuldenfalle. Baden-Württemberg schneidet im bundesweiten Vergleich noch recht gut ab. Hier lag die Überschuldungsquote bei 8,3 Prozent. Damit ist etwa jeder Zwölfte in Baden-Württemberg überschuldet, bundesweit ist es gut jeder zehnte Erwachsene. Laut Statistik konnten beziehungsweise können in Baden-Württemberg rund 750 000 Menschen ihre Schulden mittelfristig nicht bezahlen. Nach Angaben der Creditreform war 2017 jeder zehnte Erwachsene in Deutschland überschuldet – und damit fast sieben Millionen Bürger.

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