Der TVB Stuttgart und Frisch Auf Göppingen sind mit jeweils 7:15 Punkten alles andere als wunschgemäß in die Saison gestartet. Im direkten Duell nach der Länderspielpause steckt viel Brisanz. Welche Nationalspieler fehlen? Was erwarten die Clubs im Derby?
Nach dem 31:31 des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart bei der HSG Wetzlar hat es sich Michael Schweikardt von seinem erfahrenen Trainerkollegen bestätigen lassen: „Auch Frank Carstens hat in all den Jahren noch nie erlebt, dass es so eng zugeht in der Tabelle“, sagt Schweikardt. Vor Schlusslicht HBW Balingen-Weilstetten (5:17 Punkte) weisen auf den Plätzen 17 bis 13 fünf Teams 7:15 Punkte auf. Darunter auch der TVB und Frisch Auf Göppingen. Beide Clubs hinken ihren Ansprüchen damit hinterher. „Andererseits beträgt der Rückstand auf den neunten Platz nur drei Zähler“, gibt Schweikardt zu bedenken. Mit diesem neunten Platz hätten beide Teams ihr Saisonziel erreicht, doch derzeit liegen die Abstiegsränge näher.
Es steckt jedenfalls besonders viel Brisanz im württembergischen Derby TVB gegen Frisch Auf (10. November, 20 Uhr/Porsche-Arena). „Jeder will das Spiel nutzen, um die Weichen in die richtige Richtung zu stellen“, sagte Frisch-Auf-Trainer Markus Baur nach dem 27:34 gegen den THW Kiel. Einen Schönheitspreis werde es nicht geben, prognostiziert der Weltmeister von 2007. „Wer trotz der Bedeutung vom Kopf her lockerer ins Spiel geht, hat gute Chancen zu gewinnen“, meint Baur.
Sarac bleibt in Göppingen
Drei Nationalspieler stehen ihm für die Vorbereitung in dieser Woche nicht zur Verfügung: Torwart Bart Ravensbergen (Niederlande), Franko Lastro (Österreich) und Sebastian Heymann, der mit der DHB-Auswahl am 3. und 5. November gegen Ägypten spielt. Der kroatische Auswahlspieler Josip Sarac wird krankheitsbedingt dagegen in Göppingen bleiben.
Sogar sieben Nationalspieler stellt der TVB ab. So viele wie noch nie in der Vereinsgeschichte. Neben Silvio Heinevetter und Kai Häfner (beide Deutschland) sind auch Miljan Vujovic (Slowenien), Egon Hanusz (Ungarn), Samuel Röthlisberger, Lukas Laube (beide Schweiz) und Daniel Fernandez (Spanien) auf Reisen.
„Emotionalität und Killerinstinkt“
„Ich hoffe natürlich, dass alle gesund zurückkommen und wir uns dann ab Montag nächster Woche gut aufs Derby vorbereiten können“, sagt Schweikardt. Er rechnet mit einem hoch spannenden Handballabend in der Porsche-Arena. „Das wird ein Duell auf Augenhöhe, in dem zum einen die Tagesform entscheidet, zum anderen aber auch die Themen Emotionalität und Killerinstinkt“, so der 40-Jährige.
Er hat eine Vergangenheit als Spieler in Göppingen (2003 bis 2010), Baur eine als Trainer beim TVB (Juli 2016 bis Februar 2018). „Für mich spielt das keine Rolle mehr, mit der Porsche-Arena verbinde ich vielmehr große Spiele zu meiner aktiven Zeit“, erklärt Baur und denkt auch an sein Abschiedsspiel 2009 zurück.
Wie lange er noch bei Frisch Auf bleibt, ist offen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Gespräche gab es bisher noch nicht. Was Baur in Anbetracht der aktuell schwierigen sportlichen Lage nicht beunruhigt: „Ich weiß doch wie das Geschäft funktioniert.“