Nick Ackermann beim Sprung: Die WTG Heckengäu kämpft gegen den Abstieg. Foto: Georg Hrivatakis

In der Zweiten Kunstturn-Bundesliga verpasst die WTG Heckengäu mit einem 31:39 gegen den TV Bühl eine gute Chance zum Ligaverbleib.

Die Erwartungen waren hoch und am Ende wurden sie nicht erfüllt. Im Kellerduell der Zweiten Bundesliga Süd musste sich die WTG Heckengäu am Samstag beim Heimwettkampf in der Renninger Stadionsporthalle den Gästen vom TV Bühl knapp mit 31:39 geschlagen geben. Damit stehen die Chancen der Gemeinschaftsriege für einen Klassenverbleib nicht gut, obwohl es erst der zweite Wettkampftag war. Die kommenden Gegner haben es nämlich in sich.

 

Führung nach der Boden-Vorstellung

Am Boden, dem ersten der sechs Geräte, gelang der Gemeinschaftsriege ein guter Start. Drei der vier Duelle konnten gewonnen werden, die Brüder Lovis und Niccolo Spiess erzielten jeweils vier Punkte. Kapitän Philipp Lutz holte zudem drei Zähler in seinem Duell. Mit sechs Punkten Vorsprung wechselte das Team an das Pauschenpferd. Doch in den entscheidenden Momenten gelang es den WTG-Turnern nicht, ihre volle Leistung abzurufen. Manu Tschur und der 17-jährige Nachwuchsturner Florian Ludwig, der indes seinen ersten Einsatz in der zweiten Liga feiern durfte, mussten einen Sturz in Kauf nehmen, was die jeweiligen Herausforderer aus Bühl zu nutzen wussten. Nur Kapitän Lutz errang im Duell mit Julius Riedel die einzigen drei Punkte für die Gastgeber – der kleine Vorsprung war verspielt. „Am Pferd haben wir schlichtweg versagt“, erklärte Kapitän Lutz.

Mit einem 9:1 überzeugte Bühl auch an den Ringen, wieder konnte nur Lutz punkten. Im Duell mit Pascal Metz holte er dank sauberer Ausführung und Schraubenabgang einen Score-Punkt. Der für Bühl startende britische Gastturner Clayton Bell erzielte am Sprung im Duell mit Lovis Spiess drei Score-Punkte – sein Ausgangswert war um 0,8 Punkte höher. Während sich Nick Ackermann, der sportliche Leiter der WTG, gegen Jan Fäßler geschlagen geben musste, konnten Lutz und Niccolo Spiess punkten. Beide zeigten einen sehr sauberen gestreckten Kasamatsu-Sprung.

Am Barren kämpft sich die WTG zurück

Am Barren kämpfte sich die WTG sukzessive zurück. Niccolo Spiess entschärfte trotz deutlich niedrigerem Ausgangswert, dank hervorragender Ausführung den britischen Gastturner Bell mit einem 0:0. Lutz gelang es zwar nicht seine Leistung in Punkte zu verwandeln – er patzte bei einem Schwungelement in den Handstand –, konnte aber gegen Alexander Fortmeier ein Unentschieden erzielen. Die beste Leistung zeigte Tschur und holte vier Zähler. Lovis Spiess erzielte immerhin noch zwei Punkte gegen Fäßler. Das 6:0 am Barren für die WTG, ließ die Zuschauer in der voll besetzten Stadionsporthalle Hoffnung schöpfen. Rechnerisch war zu diesem Zeitpunkt alles noch offen.

Die Entscheidung fiel schließlich am Königsgerät Reck. Niccolo Spiess machte den Auftakt und überzeugte mit einer ansehnlichen Kür, was ihm drei Score-Punkte einbrachte. Ein Sieg war nun für beide Teams möglich. Lutz und Ackermann erwischten jedoch keine gute Übung und gaben wichtige Zähler ab. Am Sieg der Gäste aus Bühl konnte schließlich Manu Tschur nichts mehr ändern – im Duell mit Bell erreichte er achtbare vier Score-Punkte, was aber nur noch Ergebniskosmetik war. Mit 31:39 ging das Aufeinandertreffen gegen den TV Bühl verloren, der damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan hat. Die Gemeinschaftsriege bleibt weiterhin auf dem achten und damit letzten Platz.

Wenig Hoffnung auf Ligaverbleib

Am Samstag ist die WTG Heckengäu in Nördlingen zu Gast und trifft auf den KTV Ries. Sportlich wird für die Gemeinschaftsriege nicht viel zu holen sein. „Wir möchten uns steigern und dem Publikum schöne Übungen präsentieren“, sagte Kapitän Lutz. Die Mannschaft hat nach dem verlorenen Kellerduell gegen Bühl keine großen Hoffnungen mehr auf den Ligaverbleib und kann ganz ohne Druck in Nördlingen aufturnen.