Bayer sieht sich wegen des Unkrautvernichters Glyphosat zahlreichen Klagen ausgesetzt. Foto: AP/Sakchai Lalit

Die Zahl der Klagen gegen die Bayer-Tochter Monsanto in den USA wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist bis Mitte Oktober auf etwa 42.700 gestiegen.

Leverkusen - Die Klagewelle in den USA gegen den Pharma- und Chemiekonzern Bayer um die Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters Glyphosat hat wie erwartet nochmals deutlich zugenommen. Bis zum 11. Oktober wurden etwa 42.700 Klagen zugestellt, wie Bayer am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal mitteilte. Das sind mehr als doppelt so viel als die 18 400 von Mitte Juli.

Die Klagezahl schnellt seit August 2018 nach oben. Bayer hat mittlerweile drei Prozessniederlagen in den USA hinnehmen müssen und war in erster Instanz zu hohen Strafen verurteilt worden. Zuletzt hatten die Klägeranwälte erneut um weitere Mandanten geworben. Der Druck auf Bayer, sich in einem Vergleich mit der Gegenseite zu einigen, dürfte damit steigen.

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Bei den Jahreszielen sieht sich der Konzern hingegen auf Kurs. Bayer profitierte im dritten Quartal von der Nachfrage nach Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto. Auch das Agrar-Geschäft, in dem der 2018 übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto aufging, legte zu. Der Konzernumsatz stieg in den drei Monaten bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 9,83 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 7,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Beide Werte lagen leicht über den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Der Überschuss fiel zwar um 64 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Allerdings hatte der Verkauf von Teilen des Saatgutgeschäfts an die BASF dem Dax-Konzern im Vorjahr einen Sondergewinn beschert.

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