Tino Bomelino Foto: Agentur

Der in Esslingen aufgewachsene Komiker Tino Bomelino kommt mit seinem ersten Soloprogramm nach Stuttgart in die Rosenau.

Stuttgart - Am zerrütteten Hauptbahnhof kann man den beschäftigten Mann also noch treffen. Von hier aus wäre er im letzten Jahr vergleichsweise zügig zuhause gewesen. Als er noch in Esslingen lebte. Doch er wollte eben in eine richtige Stadt ziehen. Nach Stuttgart. Nur weiß man ja, dass eher noch Winfried Kretschmann auf der Königsstraße Breakdance-Nummern vorführt, als dass man hier eine passable respektive bezahlbare Unterkunft findet. „Ich habe dann aber eine Wohnung am Rand von Stuttgart gefunden: in Mannheim!“ Willkommen im Hirn des Komikers Tino Bomelino.

Wie man sich eigentlich Bomelino nennen kann, ist natürlich eine der ersten Fragen, die man dem in Ost-Berlin geborenen, aber in Baden-Württemberg aufgewachsenen Tino Hartmann stellen muss. Ihn trifft nur eine Teilschuld: Die Schwester einer Freundin verpasste ihm den Namen innerhalb einer Nachricht im ausgedienten Netzwerk StudiVZ. Ja, StudiVZ, der Vorfall ist also schon eine Weile her. Er fand ihn witzig und nannte sich so, als er beim Stuttgarter Poetry Slam in der Rosenau zum ersten Mal auf die Bühne ging. Damals studierte er noch Informatik an der hiesigen Universität - ein Studiengang, der nicht gerade dafür bekannt ist, Menschen anzulocken, die es auf Podeste zieht. In die Rosenau wird er am 20. Januar mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm „Man muss die Dinge nur zu Ende“ zurückkehren.

Rund um die Uhr präsentiert Bomelino in Internet-Netzwerken Cartoons und Videos

Wer Bomelino mit verwuschelten Haaren und seiner seltsamen Affenkopfmütze einmal auf den Brettern sah, weiß: Es wäre ein kaum zu verschmerzender Verlust gewesen, ihn an die Algorithmen zu verlieren. Komödiantisches Talent sei dem 32-Jährigen schon immer attestiert worden: „Bei einer Abifeier hat mal jemand gemeint, dass ich eines Tages eine eigene Comedy-Fernsehshow haben werde.“ Die hat er noch nicht, aber Bomelino ist regelmäßig auf Bildschirmen zu sehen, beispielsweise in Dieter Nuhrs ARD-Show „Nuhr ab 18“. Preise und Poetry Slams gewinnt er immer wieder, den „NightWash Talent Award“ und den Stuttgarter „Master Comedy Clash“ hat er bereits abgesahnt.

Im Internet sendet er auf allen Kanälen, auf Twitter, Snapchat, Instagram, Facebook und wie der ganze Kram eben heißt, wo man ja hauptsächlich von nervtötenden Dumpfbacken und ihrem affektierten „Hallihallo, ihr Lieben!“ in den Wahnsinn getrieben wird. Einer der wenigen Gründe, die für die Mitgliedschaft bei derlei Netzwerken sprechen, ist Tino Bomelino, der dort rund um die Uhr Cartoons und Videos präsentiert: Bomelino peinigt seine Komikerkollegen in Hotelzimmern, Bomelino wirft Teller an die Wand und stellt porzellanene Einzelteile zurück ins WG-Regal, Bomelino sprintet als „Irritiermann“ im grünen Anzug irritierend durch Fußgängerzonen.

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