Die polizeilichen Ermittlungen zum Schlachthof-Skandal halten an. Foto: dpa

Nach Informationen des SWR zieht das Landratsamt im Main-Tauber-Kreis Konsequenzen aus dem Schlachthof-Skandal und trennt sich von seinem Amtsarzt. Tierschützer hatten ihn bei der Arbeit gefilmt und werfen ihm vor, die Tiere nicht richtig betäubt zu haben.

Tauberbischofsheim - Im Tierschutz-Skandal im Schlachthof in Tauberbischofsheim haben die Behörden einem Amtsarzt gekündigt. Der Mann sei auf einem Video zu erkennen gewesen, berichtete der SWR am Mittwoch unter Berufung auf das Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Auf Anfrage wollte die Behörde die Kündigung weder bestätigen noch dementieren. „Falls wir Verfehlungen feststellen, wird zügig über das weitere Vorgehen entschieden“, sagte Landrat Reinhard Frank.

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft in Mosbach mit Hochdruck gegen Mitarbeiter des Schlachthofs und des Veterinäramtes, wie Sprecher Florian Sommer sagte. Um das beschlagnahmte Videomaterial aus dem Schlachthof zu sichten, hat die vierköpfige Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei in Heilbronn nach Auskunft von Sommer Wochenendschichten eingelegt. Wenn die Sichtung demnächst abgeschlossen ist, wird voraussichtlich ein Sachverständiger hinzugezogen.

Mit versteckter Kamera gefilmt

Die Justiz hat nach Anzeigen des Vereins „Soko Tierschutz“ (Augsburg) und der Fast-Food-Kette McDonald’s Ermittlungen aufgenommen. Der Verein hatte im Schlachthof mit versteckter Kamera gefilmt. Die Videos sollen belegen, dass etwa Tiere vor der Schlachtung nicht ausreichend betäubt sowie nicht zugelassene Geräte eingesetzt worden waren. Der Betrieb gehört zur Firma OSI mit Europa-Sitz in Gersthofen bei Augsburg, einem Lieferanten von McDonald’s. Nach Sichtung der Videos hatten die Behörden die Schließung des Hofs verfügt.

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