Bei Sommer, Sonne, Sonnenschein kommt so eine Abkühlung gerade recht. Foto: dpa

Wer gerade nicht im Meer oder einem großzügigen Hotelpool planscht, der kommt auch vor Ort auf seine Kosten. Wir haben die Freibäder in Stuttgart-Vaihingen, in Stuttgart-Möhringen, in Stuttgart-Sillenbuch sowie das Fildorado in Filderstadt getestet. Welches Bad kann womit überzeugen?

Filder - Wenn es im Sommer heiß ist, gibt es nur eines: Pack die Badehose ein! Wer schwimmen gehen will, hat es auf der Filderebene nie weit. Gleich drei der insgesamt fünf Stuttgarter Freibäder befinden sich im Süden der Landeshauptstadt. Hinzu kommt noch das Fildorado als Einrichtung mit Erlebnisbad, Wellness und eben auch Freibad. Preisliche Unterschiede gibt es in Stuttgart nicht. Trotz unterschiedlicher Ausstattung kostet der Besuch in allen Freibädern – und übrigens auch Hallenbädern – immer 4,50 Euro für Erwachsene und 2,70 für Kinder ab sieben Jahren. Das Fildorado kann preislich mithalten und kostet 4,30 für Erwachsene und 2,60 für Kinder ab vier Jahren. Der Preis hilft also kaum bei der Entscheidung, wo man den Sprung ins Wasser wagen sollte.

Darum hat unsere Redaktion für Sie, liebe Leserinnen und Leser, die vier genannten Freibäder auf den Fildern getestet. Wir berichten von unseren Erfahrungen und haben festgestellt, dass jedes Bad seine eigene Klientel hat. Jugendliche bevorzugen die Action in den großen Anlagen, Familien mit kleinen Kindern sind lieber dort, wo es etwas übersichtlicher ist. Enten trifft man in ehesten in Vaihingen, und für den überzeugten Sillenbucher kommt sowieso nur sein Bädle in Frage.

Freibad Vaihingen: selten ruhiges Rundumpaket

Im Freibad Rosental in Vaihingen gibt es quasi alles: ein 50-Meter-Schwimmerbecken, ein mit 1450 Quadratmetern riesiges Nichtschwimmerbecken, ein Planschbecken, eine 100 Meter lange Rutsche, ein Basketball- sowie ein Beachvolleyballfeld, ein Kinderspielplatz und dann auch noch eine FKK-Wiese. Dieses Großangebot ist komfortabel, man kann dort für vergleichsweise wenig Geld völlig problemlos einen ganzen Sommertag verbringen, ohne sich zu langweilen: schwimmen, sonnen, Leute beobachten – und sich zwischendurch durch die umfassende Speisekarte futtern. Es gibt nämlich nicht nur die Klassiker wie Pommes und Eis, sondern auch Hotdogs, Schnitzel, Salate sowie die bei Kindern höchst beliebte Süßigkeitentüte für einen Euro.

Andererseits bedeutet dieses Rundumpaket aber auch, dass es im Freibad Rosental selten ruhig zugeht. Wer richtig schwimmen will, muss entweder vormittags oder bei schlechtem Wetter kommen. Abgesehen davon ist es meist recht voll. Auch für Familien mit Kleinkindern ist das Bad an gut besuchten Tagen nicht optimal geeignet, da das Gelände sehr groß ist und deshalb unübersichtlich werden kann.

Charakteristisch für das Bad sind die Enten, die vom nahegelegenen Feuersee aus regelmäßig einen Ausflug ins Vaihinger Freibad machen. Gerne drehen die Wasservögel auch mal eine Runde durchs Schwimmbecken. Ob man das niedlich oder unhygienisch findet, muss jeder selbst entscheiden. (Julia Bosch)

Unser Fazit:

Erreichbarkeit: 4 Sterne, Extras: 5 Sterne, Familienfreundlichkeit: 3 Sterne, Verpflegung: 5 Sterne

Freibad Möhringen: Hier geht es familiär zu

Morgens geht es im Freibad an der Hechinger Straße eher gemütlich zu. Die Stammgäste ziehen ihre Bahnen, bevor der große Trubel losgeht. Man kennt sich meistens. Am Nachmittag tummeln sich vor allem Familien mit Kindern auf dem Rasen rund um das Kinderparadies mit drei Planschbecken, Babyrutsche und Spielplatz. Wer rechtzeitig kommt, findet noch ein Schattenplätzchen unter den Bäumen, die die Liegewiese säumen. In Möhringen geht es familiär zu, auch der Feierabendschwimmer kommt auf seine Kosten. Einziger Nachteil: Es gibt nur ein 50 mal 21 Meter messendes Mehrzweckbecken für Schwimmer und Nichtschwimmer. Weitere Angebote sind ein Sprungturm mit einem Einer, Dreier und Fünfer, ein Beachvolleyballfeld, ein Sportplatz zum Kicken und Basketballspielen sowie eine FKK-Liegewiese.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Warmbadehalle. Die erlaubt es, durch einen kleinen Kanal von der warmen Umkleide direkt ins Außenbecken zu schwimmen. Mit der Bushaltestelle „Lohäckerstraße“ direkt vor der Tür und der Stadtbahn-Haltestelle „Möhringen Freibad“ nur wenige Meter entfernt ist das Bad optimal an den ÖPNV angebunden, die Parkplätze reichen an einem normal besuchten Tag aus. Wer Rad fährt, hat die Möglichkeit, Leihfahrräder von Regio-Rad Stuttgart zu mieten und abzustellen, denn direkt vor dem Bad gibt es eine Station. Im Kiosk werden neben Pommes, Getränken und Eis auch Chicken Crossies, Fleischkäs’ und -küchle sowie diverse Würste angeboten. (Sandra Hintermayr)

Unser Fazit:

Erreichbarkeit: 5 Sterne, Extras: 3 Sterne, Familienfreundlichkeit: 4 Sterne, Verpflegung: 3 Sterne

Freibad Sillenbuch: Gäste kommen im Bademantel

Das Sillenbucher Freibad, liebevoll Bädle genannt, ist das kleinste in ganz Stuttgart. Neben einem 25-Meter-Multibecken mit maximal 1,80 Meter Tiefe gibt es eine Planschmulde unter einem Sonnensegel samt Babyrutsche und Wasserspielen. Das war’s. Außer Tischtennis gibt es auch keine Sportangebote – beim gleichen Eintrittspreis wie zum Beispiel im deutlich größeren Vaihinger Freibad ist das manchem vielleicht zu wenig Action.

Entsprechend hoch im Kurs steht das Bädle bei Familien mit kleinen Kindern. Auf dem übersichtlichen Gelände können die Minis toben, während die Eltern im Schatten entspannen oder an den Picknick-Sitzgruppen vespern. Wer ohne Kindergeschrei seine Bahnen ziehen möchte, kommt frühmorgens oder am Abend kurz vor Schluss. Und das machen tatsächlich etliche Stammgäste. Das Bädle liegt mitten im Wohngebiet, viele Fans kommen einfach in Bademantel und Schlappen.

Auswärtige haben es etwas schwieriger. Eigene Parkplätze gibt es kaum. Viele kommen daher mit dem Rad oder zu Fuß. Von den U-Bahn-Stopps „Silberwald“ oder „Sillenbuch“ erreicht man das Bad nach einem kurzen Marsch. Umziehen kann man sich in den sehr sauberen Sammelumkleiden mit je vier Duschen, außerdem gibt es vier Einzelkabinen, Spinde und auch Einrichtungen für Behinderte. Snacks wie Hotdogs, Kartoffelsalat und Landjäger, Süßes, Eis und Getränke gibt es zu moderaten Preisen am Kiosk. Doch Vorsicht: Der öffnet nur an Sonnentagen. (Caroline Holowiecki)

Unser Fazit:

Erreichbarkeit: 3 Sterne, Extras: 2 Sterne, Familienfreundlichkeit: 5 Sterne, Verpflegung: 3 Sterne

Fildorado: Paradies für Kinder und Eltern

Ein Nachmittag im Freibad des Fildorado bringt Eltern und Kindern Entspannung:

Die Kinder haben Spaß und fallen abends müde ins Bett, und dafür ist man als Elternteil schon einmal dankbar. Die Ausstattung ist genau richtig: ein ausreichend großes Kinderbecken zum Planschen, ein blauer Elefant, der als Rutsche ins kühle Nass dient, und ein rotes Sonnensegel, das zum Schutz vor den Strahlen über dem Becken aufgespannt ist. Für Kleinkinder ist das Fildorado-Freibad ein Traum. Wer keine Lust auf das Planschen hat, spielt auf dem großen Spielplatz anderweitig mit Wasser: Im Matschbereich kann man hervorragend Sandkuchen backen. Auf den Liegewiesen gibt es genügend Schattenplätze unter den Bäumen, um neben Mama und Papa ein Nickerchen zu machen, und wenn die dem Quengeln nachgeben, dann gibt’s ein Eis vom Kiosk. Wer keine zwei Jahre alt mehr ist, für den gibt es trotzdem genügend: die Sprungturmanlage mit Kletterwand, das große Schwimmerbecken, die breite Rutsche. Abseits des Wassers gibt es die Möglichkeit, im Beach-Sportstadion Beachvolleyball zu spielen, das Fußballfeld zu nutzen oder auf den Liegewiesen Frisbee zu spielen.

Auch das Ferienprogramm richtet sich eher an ältere Kinder: Jeweils mittwochs organisiert das Fildorado-Team verschiedene Aktivitäten wie Zielscheibenwerfen, Arschbomben-Wettbewerb oder die Poolparty am 4. September. Zudem ist in den Sommerferien immer mal wieder die Schaumkanone im Einsatz. Der Schaum ist sogar dermatologisch getestet und biologisch abbaubar. (Rebecca Anna Fritzsche)

Unser Fazit:Erreichbarkeit: 4 Sterne, Extras: 5 Sterne, Familienfreundlichkeit: 4 Sterne, Verpflegung: 5 Sterne

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