Angelique Kerber will sich in Wimbledon möglichst bis ins Endspiel durchkämpfen. Foto: AP

Die 28-jährige Kielerin trifft an diesem Dienstag im Viertelfinale auf die flinke Simona Halep. Besiegt Angelique Kerber die Rumänin, winkt ihr gar der Sprung ins Endspiel auf dem Heiligen Rasen an der Londoner Church Road. Denn die Auslosung meint es gut mit ihr.

London - Von einer Angstgegnerin zu sprechen, das wäre ein wenig übertrieben. Allerdings gibt es auf der weltweiten WTA-Tour viele Rivalinnen, die der deutschen Tenniskönigin Angelique Kerber besser liegen als die Rumänin Simona Halep. Denn die persönliche Bilanz der Kielerin mit polnischen Wurzeln, deren Großeltern im Örtchen Puszczykowo südlich von Posen das Tenniscenter „Angie“ betreiben, ist gegen die Nummer fünf der Weltrangliste mit 1:3 negativ. Es ist also eine ausgeglichene Angelegenheit, wenn sich die aktuell gut spielende Kerber und die nur 1,68 Meter große Powerfrau aus Constanta am Schwarzen Meer an diesem Dienstag um 14 Uhr (live nur auf Sky) auf dem Centre-Court des All England Clubs von Wimbledon gegenüber stehen.

„Ich weiß, dass ich noch etwas drauf packen muss“, sagt die 28-Jährige, die in diesem Jahr zwar die Australian Open und den Porsche Grand-Prix von Stuttgart gewann, dazwischen aber immer wieder in tiefe Leistungslöcher fiel. So war für die von ihrem Naturell abseits des Platzes eher zurückhaltende Blondine etwa bei den French Open bereits in der ersten Runde Schluss. Zuvor war sie auch in Rom und Madrid im Auftaktmatch gescheitert. „Gegen Simona wird es hier in Wimbledon auf jeden Fall ein sehr langes Match“, sagt Kerber, „weil wir uns beide relativ gut bewegen und wenig Fehler machen.“

Keber weiß inzwischen, wie man einen Grand Slam gewinnt

Zuletzt hatte sich Kerber an der Church Road mit einem lockeren Zweisatzsieg über die Japanerin Misaki Doi (6:3, 6:1) in die Runde der letzten Acht gekämpft. Vor zwei Jahren war im Viertelfinale gegen die spätere Finalistin Eugenie Bouchard aus Kanada Schluss gewesen. „Ich fühle mich aber viel frischer als damals“, sagt Kerber, der neue deutsche Tennisdarling. Als Grand-Slam-Siegerin hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit rund um die Linkshänderin erheblich gesteigert. Um es ganz nach oben zu schaffen, muss die aktuelle Nummer vier der Tenniswelt allerdings noch wesentlich mehr Konstanz in ihr Spiel bekommen. „Ich weiß, was ich machen muss, um so ein Turnier zu gewinnen“, sagt Kerber aber selbstbewusst, denn ihre Form stimmt: „Mein Tennis wird Tag für Tag besser. Das, was zählt, ist die zweite Woche eines Grand Slams.“

Das Spieltableau von Wimbledon meint es ebenfalls gut mit der Deutschen. Besiegt sie die flinke Halep so wie beim Fedcup-Match der beiden im April beim Auswärtsspiel in Cluj, dann würde im Halbfinale die Siegerin der Partie zwischen Venus Williams (USA) und Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan) warten. Beides sind dies lösbare Aufgaben, denn die ältere der Williams-Schwester ist inzwischen 36 Jahre alt – und hat den Zenit ihrer Karriere als ehemalige Nummer eins und sieben-fache Grand-Slam-Siegerin längst überschritten. Kerber dagegen peilt den Sprung auf den Tennisthron ja erst noch an.

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