Thiel (Axel Prahl, li.) und Boerne (Jan Josef Liefers) halten sich für einmalig. Daran kommen plötzlich Zweifel auf. Foto: WDR

Der „Tatort“ aus Münster mit Boerne und Thiel im Schnellcheck: In „Spieglein, Spieglein“ tauchten Doppelgänger der Ermittler auf. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Münster - Was taugt „Spieglein, Spieglein“? Der neue „Tatort“ aus Münster im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Nach und nach wird das Münsteraner Team getötet – zumindest Menschen, die aussehen wie Klemm (Mechthild Grossmann), Alberich (Christine Urspruch), sogar Vaddern (Claus Dieter Clausnitzer). Aber wer macht denn so etwas – und warum?

Zahl der Leichen 3: Klemms Doppelgängerin plus Alberichs Doppelgängerin plus Vadderns Doppelgänger. Aber beinahe hätte es zwei mehr gegeben. Unter anderem die Frau von Schalter acht in der KFZ-Zulassungsstelle überlebt.

Typisch Boerne Boerne (Jan Josef Liefers) sieht Alberich bei der Leiche am Obduziertisch stehen und säuselt spitz: „Na, spielt ihr, wer zuerst blinzelt?“

Auch typisch Boerne Der Herr Narzisst stellt fest: „Bloß weil ich narzisstisch bin, heißt das nicht, dass sich nicht wirklich alles dauernd nur um mich dreht.“ Seinen Doppelgänger kann er trotzdem akzeptieren. So wie der drauf ist.

Typisch Thiel Thiel (Axel Prahl) spricht mit seinen Schuhen. Als ob er nicht auch so schon sympathisch genug gewesen wäre.

Untypisch Boerne/Thiel Sie waren noch nie so verzweifelt. Wie verzweifelt, wird klar, als sie sich einmal liebevoll voneinander verabschieden – und zwar wirklich so: „Gute Nacht, Bert.“ „Gute Nacht, Ernie.“

Unser Fazit Der Regisseur Matthias Tiefenbacher hat das Münsteraner „Tatort“-Team, das beliebteste der Nation, vordergründig vom hohen Ross geholt. So perfide und charmant, dass er es mit diesem Fall gleich auf einen noch höheren Gaul draufgesetzt hat.

Spannung Note 1; Logik Note 1

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