Das Ehepaar Caprano in seinem Domizil. Foto: Lichtgut/Ines Rudel

Das Clubrestaurant im Weißenhof hat wieder einen Pächter. Attila Caprano will sich neben seinem Il Quinto Quarto ein zweites Standbein verschaffen.

Stuttgart - Als schwierig bezeichnete der ehemalige Pächter das Clubrestaurant im Weißenhof. Daher versucht sich Maurizio Olivieri, einst stadtbekannter Promiwirt, nun im Lokal Primafila im Stuttgarter Westen. Keine zwei Jahre war er auf dem Weißenhof. Seit April hat Attila Caprano die Bewirtschaftung von Stuttgarts exklusivstem Tennisclub- Restaurant­ übernommen.

In der italienischen Gastroszene der Stadt ist Caprano ebenfalls kein Unbekannter. Seit Jahren besitzen er und seine Frau den Edelitaliener Il Quinto Quarto in der Olgastraße. „Das ist unser Kind“, sagt Caprano­, „aber jetzt haben wir noch ein Baby – das La Schiacciata.“ Zwei Dinge vermisse er im Stuttgarter Süden: Aussicht und Parkplätze. „Beides habe ich nun am Killesberg“, begründet der Gastronom die Entscheidung für ein zweites Restaurant. Sein Lokal in der Innenstadt­ locke eher Geschäftsleute an. Das La Schiacciata dagegen soll ein Ristorante für alle sein, vor allem für Familien. „Die Kinder können auf der Terrasse toben“, schwärmt Caprano. Die Speisekarte bietet im Vergleich zum noblen Il Quinto Quarto genau das, was viele an der italienischen Küche lieben: Pizza, Pasta und Nachtischklassiker.

Hübsche Häufchen auf dem Holzbrett

Die Situation im Clubrestaurant schätzt er anders ein, als sein Vorgänger: „Wir haben­ viel zu tun. Es ist immer voll.“ Bequeme Stühle, weiß gedeckte Tische und eine wunderbare Aussicht laden dazu ein, von Dolce Vita zu träumen. Zur Einstimmung gibt es eine große Vorspeisenplatte (14,50 Euro), die selbst für zwei Personen eine üppige Portion ist – danach könnte man eigentlich direkt zum Verdauungsgrappa übergehen. Auf dem Holzbrett türmen sich hübsche Häufchen: drei italienische Salamisorten, Parmaschinken, gekochter Schinken, Oliven und mehrere Käsesorten. Dazu wird eine Art warmes Focacciabrot gereicht, das dem Restaurant auch den Namen geliefert hat: In der Toskana nennt man diese Version des Fladenbrots Schiacciata.

Der italienische Kellner serviert dazu einen leichten Chardonnay. Eilig hat er allerdings­ nicht. Im La Schiacciata geht es recht gemächlich zu. An den Hauptgerichten gibt es wenig auszusetzen. Die Portionen sind zudem großzügig bemessen­. Die Pizza Inferno (9 Euro) könnte dennoch krosser sein, in der Mitte ist sie sogar matschig. Das Saltimbocca (17,50 Euro), sprich dünn geschnittene Kalbsschnitzelchen, hätte mehr Raffinesse vertragen. Das Gemüse überzeugt dagegen : frisch und knackig.

Und weil Nachtisch bei uns immer sein muss, probieren wir trotz einsetzendem Sättigungsgefühl das Schokoladensoufflé (5 Euro) und Tiramisu (5,50 Euro). Das Soufflé ist außen fluffig, der Kern flüssig – wie es eben sein muss. Das Tiramisu sei nach einem speziellen norditalienischen Rezept, erklärt der Kellner beflissen und serviert dazu Espresso. Da kommen wir doch gerne mal wieder – auch wegen der schönen Aussicht.

Küche: Typisch italienisch: Pizza, Pasta und Tiramisu, 3 von 5 Sternen: Atmosphäre: gemütlich eingerichtet, Top-Ausblick: 4 Sterne; Service: Sehr herzlich, aber auch etwas langsam , 3 Sterne.

Adresse: La Schiacciata, Parlerstraße 102, 70192 Stuttgart, Telefon 07 11 / 6 15 46 36, www.ilquintoquarto.de

Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 23 Uhr

Extras: Die Besitzer betreiben zudem das Il Quinto Quarto, weshalb sie Zugriff auf eine ganz besondere Weinauswahl haben. Im Quinto Quarto gibt es eine Weinkarte mit 250 verschiedenen Tropfen.

Anfahrt: Mit der Stadtbahnlinie Nummer 5 oder der Buslinie 44 bis Haltestelle Killesberg. Von dort sind es circa zehn Minuten Fußweg bis zur Anlage des Tennisclubs Weißenhof. Für Autofahrer: Parkplätze sind in der Nähe reichlich vorhanden.

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