Wer am Mittwoch auf den Fernsehturm fahren wollte, musste unten bleiben. Warum der Turm vorsorglich geschlossen wurde – und wie lange das noch dauern kann.
„Aufgrund eines technischen Defekts heute geschlossen.“ Dieser schlichte Hinweis steht seit Mittwoch auf der Homepage des Stuttgarter Fernsehturms. Den Grund dafür erfährt man auf Nachfrage von Sprecher Francisco Hoyo. An einem der beiden Aufzüge, die Besucher mit 18 Stundenkilometer in die Höhe befördern, habe sich eines der jeweils sechs Trageseile etwas geöffnet, erklärt er. Die Funktionsfähigkeit und die Sicherheit seien dadurch nicht beeinträchtigt. Die Aufzüge würden mit „zwölffacher Sicherheit“ betrieben. Dennoch habe man in Rücksprache mit der Aufzugsfirma am Dienstagabend entschieden, den betroffenen Aufzug außer Betrieb zu nehmen. „Die Vorschriften werden bombenhart eingehalten“, betont der Sprecher.
Das defekte Seil muss ausgetauscht werden
Wie es genau weitergeht, war am Mittwochabend noch offen. Am Donnerstagvormittag findet eine Besprechung mit einem Techniker statt. Möglicherweise werde der Turm anschließend wieder für Besucher geöffnet. Fahren würde dann allerdings nur der Aufzug, der nicht betroffen ist. Klar ist: Das defekte Seil muss ausgetauscht werden. Die Ersatzteile sind bestellt. In der kommenden Woche soll die Reparatur stattfinden. Der Fernsehturm wäre dann voraussichtlich von Dienstag bis Freitag wieder geschlossen. Am 12. August wäre dann wieder Gelegenheit, auf die Aussichtsplattform zu fahren. Die Planung sei jedoch noch vorläufig, betonte Hoyo.
Die Situation ist neu. „So etwas ist bisher noch nie vorgekommen“, sagt der Sprecher. Für die Besucher, die sich am Mittwoch zu einer Führung angemeldet hatten, wurde ein Ersatzprogramm angeboten. Sie durften das Fundament und die Technik des 1956 eröffneten Fernsehturm besichtigen. Diese Bereiche sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Außerdem erhielten sie einen Gutschein für eine spätere Fahrt auf den 217 Meter hohen Turm. „Keiner ist gegangen“, sagte Hoyo. Den Fernsehturm besuchten zuletzt pro Tag zwischen 750 und 1700 Personen.