An der Seniorenresidenz wird die Fassade gerichtet. Foto: Ralf Recklies

Die Fassade der Seniorenresidenz am Sillenbucher Markt wird saniert. Wegen Wind und Regen ziehen sich die Arbeiten in die Länge. Der Baustellendreck ärgert Bewohner. Die Projektbetreuerin des ASB unternimmt indes alles, um die Beeinträchtigungen für die Bewohner so gering wie möglich zu halten.

Sillenbuch - Wo gehobelt wird, fallen Späne. So sagt es der Volksmund. Und es liegt in der Natur der Sache, dass Baudreck anfällt, wo Fassaden gerichtet werden. Auch, dass es Anwohnern wenig Freude bereitet, wenn ihre Wohnqualität im Zuge von Sanierungsarbeiten eingeschränkt ist, verwundert kaum. Einige Bewohner der Seniorenresidenz am Sillenbucher Markt stört es jedoch massiv, wie es rund um das von Gerüsten und Schutznetzen umgebene größte Gebäude des Komplexes derzeit aussieht.

„Seit nun mehr als sieben Wochen ist das Gebäude verkleidet wie ein Christo-Kunstwerk. Aber leider haben die Bewohner nichts davon. Es sind untragbare Zustände eingetreten. Die Bewohner können nicht mehr aus den Fenstern sehen, die Eingänge sind sehr stark verschmutzt und für die meist gehbehinderte Bewohner unpassierbar“, schreibt ein Betroffener, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er fühle sich – ebenso wie andere Bewohner – mit den durch die Sanierung verursachten Probleme „alleingelassen“.

Schmutzfangnetze am Gerüst angebracht

Christiane Scholz, Abteilungsleiterin für Betreutes Wohnen und Servicewohnen beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und damit auch zuständig für die Seniorenresidenz am Sillenbucher Markt, kann verstehen, dass die Bewohner derzeit nicht begeistert davon sind, dass es rund um die Anlage nicht schön aussieht. „Wir haben in Absprache mit den Baufirmen aber versucht, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, sagt Scholz. So habe man die Gerüste mit Schmutzfangnetzen versehen, auf den Böden Schutzmatten ausgelegt und auch die Fenster mit Schutzfolien versehen. „Die Arbeiten sollten eigentlich schon weiter fortgeschritten sein“, sagt Scholz. Wind und Regen in den vergangenen Wochen hätten die Pläne einer zügigen Fassadensanierung aber teils zunichte gemacht. Außerdem habe man in Teilbereichen größere Schäden als vermutet festgestellt, was ebenfalls dazu führe, dass die Arbeiten länger als vorgesehen dauerten. „Da gibt es nichts zu beschönigen: Wir sind in Verzug“, so Scholz.

Regelmäßige Informationen über den Projektstand

Dass der Schmutz auch vor Wochenenden oder den Pfingstfeiertagen nicht ganz habe beseitigt werden können, sei dem Projekt geschuldet. „Die Arbeiter sollen arbeiten und nicht fegen“, sagt Scholz. Der Hausmeister der Anlage kümmere sich aber ständig darum, dass die Einschränkungen für die Bewohner gering seien. „Und auch unser Reinigungsteam bemüht sich, alles so sauber wie möglich zu halten“, sagt Scholz. Sie selbst ist in der Regel dienstags vor Ort und schaue auch an den Wochenenden hin und wieder vorbei. Die Zustände, das weiß sie, seien nicht optimal, aber auch keineswegs unzumutbar. Zudem, so sagt Scholz, würden die Bewohner regelmäßig über die Maßnahme informiert. Dies unter anderem bei dem einmal monatlich organisierten Infocafé.

Planmäßig soll die Sanierung der Fassaden aller vier Gebäude – in denen unter anderem 110 Appartements für betreutes Wohnen sowie 40 stationäre Betreuungsplätze untergebracht sind – im September abgeschlossen sein. Ob das aber wirklich noch zu schaffen nist, vermag Scholz aktuell nicht zu sagen. Die an der Sanierung beteiligten Firmen bemühten sich aber, bisher verlorene Zeit wieder aufzuholen. Ziel der Fassadensanierung rund zwei Jahrzehnte nach dem Bezug der Gebäude sei, das Areal insgesamt attraktiver zu machen. Zudem sollen die Fenster und Balkone gereinigt werden – welche derzeit nur sehr eingeschränkt nutzbar sind. „Den Bewohnern selbst wird dabei nichts in Rechnung gestellt“, sagt Scholz. Sie empfiehlt allen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen, mit ihr Kontakt aufzunehmen. „Meine Tür steht für Gespräche immer offen“, so Scholz, der es ein Anliegen ist, dass die Maßnahme zu keinem Zwist führt, sondern die Aufenthaltsqualität im Altenheim erhöhe.

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