Der Vorfall um Äffle und Pferdle und die „Identitäre Bewegung“ in Stuttgart wurde auf Facebook publik. Foto: Facebook/We’re watching you

Die neurechte „Identitäre Bewegung“ in Stuttgart hat sich für Aufkleber an den schwäbischen Kultfiguren Äffle und Pferdle bedient – allerdings ohne die Freigabe der Erfinder. Die haben nun Anzeige erstattet.

Stuttgart - „Kehrwoch ko warda – d’Heimat ned“, steht auf den Aufklebern der Identitären Bewegung, die vereinzelt in Stuttgart und Umgebung zu sehen sind. Der Slogan (hochdeutsch: Die Kehrwoche kann warten – die Heimat nicht) passt zu der rechtsnationalen Ideologie, welche die Gruppierung verbreitet. In Baden-Württemberg tritt die aus Frankreich nach Deutschland herübergeschwappte Bewegung in letzter Zeit immer aktiver auf. In Stuttgart-Birkach brachten Anhänger im Juli des vergangenen Jahres im großen Stil Aufkleber an; im Stadtteil Sillenbuch wurden Flyer mit fremdenfeindlichen Parolen verteilt.

Verletzung des Urheberrechts

Für die neu aufgetauchten Sticker hat sich die Gruppe jetzt an den schwäbischen Kultfiguren Äffle und Pferdle bedient. Dabei werden die beiden Figuren als römische Legionäre dargestellt, die Speere in den Händen halten. Das Äffle sitzt in einem Streitwagen und trägt neben einem Umhang noch einen typischen Offiziershelm aus römischer Zeit, während das Pferdle vor den Wagen gespannt ist und ein Schild mit dem Logo der Identitären Bewegung in der Hand hält. Die Facebook-Seite „We’re watching you“ postete ein Foto eines solchen Aufklebers und schrieb, dass die Erfinder von Äffle und Pferdle die Gruppe aufgrund des vorliegenden Verstoßes gegen das Urheberrecht angezeigt hätten.

Hinter der schwäbischen Combo steckt die Film- und Medienproduktion Lang, die auch die Rechte an den beiden geschützten Zeichentricktieren hat. Lang-Mitarbeiter Dejan Zarkovic bestätigte das im Posting beschriebene Vorgehen auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Identitäre Bewegung hat ohne unser Wissen Sticker mit Äffle und Pferdle in den Umlauf gebracht. Es bestand zu keiner Zeit eine Freigabe unsererseits und wurde deshalb zur Anzeige gebracht.“ Neben der Aufforderung die Sticker zu entfernen, kommen auf die Stuttgarter Identitären nun auch juristische Konsequenzen zu.

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