Seit Ende Juli ist das Bad zu. Mittlerweile ist es nicht mehr funktionsfähig. Foto: Friedel

Das Feuerbacher Hallenbad könnte bis zu sechs Monate länger als zunächst geplant geschlossen bleiben. Die Entscheidung, wann die Bauarbeiten beginnen können, fällt vor Gericht.

Stuttgart-Feuerbach - Die Sanierung des Hallenbades verzögert sich. Das haben Technikbürgermeister Dirk Thürnau und der neue Chef der Bäderbetriebe Alexander Albrand am Freitag im Bäderausschuss des Gemeinderats bestätigt. „Ich habe für Feuerbach eine nicht so gute Nachricht“, sagte Thürnau. Die Arbeiten am Bad hätten eigentlich im August beginnen sollen. „Wir mussten die Maßnahme EU-weit ausschreiben. Das haben wir auch getan. Doch gegen unsere Vergabeentscheidung hat eine beteiligte Firma Einspruch eingelegt“, erklärte der Technikbürgermeister. Die mündliche Verhandlung findet am 11. Oktober statt. Falls man sich dort nicht einige, werde das Gericht Mitte November eine Entscheidung treffen. „Wenn wir Recht bekommen, verzögert sich die Sanierung um drei Monate. Wenn nicht, müssen wir damit rechnen, dass es ein halbes Jahr später als geplant losgeht.“

Alexander Albrand betonte zwar, dass sich die Verzögerung nicht negativ auf die geplante zweijährige Schließung des Hallenbades auswirken müsse, das sah Dirk Thürnau allerdings etwas anders. „Die Nutzer müssen sich darauf einstellen, dass die Sanierung länger dauert. Unser Zeitplan ist eng getaktet, da möchte ich niemandem versprechen, dass die Verzögerung keinen Einfluss auf die Länge der Schließung hat“, sagte der Technikbürgermeister am Freitag.

Auch wenn die Sanierung noch nicht begonnen hat, bleibt das Feuerbacher Bad allerdings weiterhin geschlossen. „Das geht nicht anders“, sagte Thürnau auf Nachfrage unserer Zeitung. Nachdem man im Juli den Betrieb eingestellt habe, seien schon vorbereitende Maßnahmen ergriffen worden. Das Hallenbad sei nicht mehr funktionsfähig.

Das Hallenbad in Vaihingen öffnet früher, als geplant

Für den Präsidenten der Sportvereinigung Feuerbach, Rolf Schneider, passt diese neue Hiobsbotschaft genau ins Bild, das die Stadtverwaltung und die Bäderbetriebe schon im Vorfeld der Hallenbad-Sanierung abgegeben haben. Der Verein ist einer der Hauptnutzer des Bades und war dort vor der Schließung 22 Stunden pro Woche im Wasser. Alternativen musste sich die Sportvereinigung schließlich selbst suchen und organisieren. „Das Hallenbad ist ein Fass ohne Boden“, sagt Schneider. Jetzt koste es nicht nur rund 1,5 Millionen Euro mehr als die ursprünglich veranschlagten etwa elf Millionen Euro, sondern es dauere auch noch länger, bis es wieder zur Verfügung stehe. „Ich frage mich, wann die Politik die Reißleine zieht“, ärgert sich der Präsident der Sportvereinigung. „Auf jeden Fall biete ich der Stadtverwaltung an, dass sie gerne auf unserem Gelände prüfen kann, ob dort ein neues Bad einen Platz finden könnte.“

Während man in Feuerbach über die neuesten Informationen der Bäderbetriebe nicht glücklich ist, können sich hingegen die Botnanger Grundschüler freuen. Unter anderem müssen die Drittklässler der Franz-Schubert-Schule derzeit auf ihren Schwimmunterricht verzichten, da das Hallenbad in Vaihingen saniert wird. Nun wird das Schwimmen dort früher als erwartet wieder möglich sein – nämlich schon ab dem 14. November und nicht wie ursprünglich gedacht erst Ende des Jahres. „Wir werden jetzt die Nutzer darüber informieren“, sagte Dirk Thürnau.

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