Björn Selent fordert eine Erhöhung der bestehenden Lärmschutzwand. Foto: Caroline Holowiecki

Trotz der Lärmschutzwand fühlen sich Bewohner des Stadtteils Fasanenhof dauerhaft geplagt durch die Geräuschkulisse, die von der Autobahn rüberschallt. Jetzt taucht das Thema im Bürgerhaushalt auf. Auch anderswo klagen Anwohner in Stuttgart über Lärm.

Fasanenhof - Ab und zu poltert oder hupt es, vor allem aber ist ein Rauschen zu hören, rund um die Uhr und ohne Pause. Björn Selent ist die permanente Geräuschkulisse, die über dem Fasanenhof liegt, erstmals vor ein paar Jahren beim Besuch des Wohncafés am Ehrlichweg bewusst geworden. „Man konnte nicht draußen sitzen und sich dabei in normaler Lautstärke unterhalten“, sagt er. Das Mitglied des Möhringer Bezirksbeirats und des SPD-Ortsvereins weiß: Nicht nur ihm und anderen Bezirksbeiräten stößt der Dauerlärmpegel sauer auf. Deshalb trommelt unter anderem der Bürgerverein seit Jahren für mehr Ruhe im Ortsteil.

Lärmschutz entlang von Autobahnen ist zunächst Sache des Bundes

Unter der Nummer 52248 fordert Björn Selent deshalb im aktuellen Bürgerhaushalt, dass die Lärmschutzwand entlang der A 8 beim Stadtteil Fasanenhof verbessert werden soll. Auf Höhe des Hundefreilaufs beispielsweise sei nämlich ein deutlicher Höhenunterschied sichtbar. „Die Bewohner des Fasanenhofs leiden seit vielen Jahren unter der sehr hohen Lärmbelastung durch die A 8“, schreibt er. Eine Erhöhung der bestehenden Wand sei mit kommunalen Mitteln möglich und auch in Anbetracht des steigenden Verkehrsaufkommens dringend geboten. Fürsprecher hat er online bereits gefunden. „Wichtig wären auch Schallschutzmaßnahmen auf der anderen Seite der Autobahn, denn ein Großteil des Lärms wird von den dort stehenden Hallen (zum Beispiel Roto) nach Möhringen reflektiert“, schreibt ein Bürger dazu in den Kommentaren.

Neu ist die Forderung im Bürgerhaushalt nicht. Das Thema schlägt alle zwei Jahre wieder auf, hat es aber noch nie auf einen relevanten Platz geschafft. Laut Thomas Marwein (Grüne), dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, sind Lärmschutz und -sanierung an Autobahnen Aufgabe des Bundes, die in der Auftragsverwaltung durchs Regierungspräsidium ausgeführt wird. Wenn man dort zum Schluss komme, dass bestehende Maßnahmen ausreichten, könne die Stadt durchaus in die Bresche springen. Aktuell liegen die Auslösewerte bei 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts. Werden sie überschritten, muss etwas gemacht werden. „Diese Grenzwerte sind eindeutig zu hoch“, findet Thomas Marwein. Björn Selent hat erfahren, dass die Werte im Stadtteil Fasanenhof offenbar im rechtlichen Rahmen liegen. Dennoch findet er, dass die Stadt aktiv werden sollte. „Es geht zunächst um Planungsmittel.“

Auch die Menschen auf der Rohrer Höhe wünschen sich mehr Ruhe

Lärm ist ein Dauerbrenner. Nicht nur auf dem Fasanenhof, auch anderswo wünschen sich Anwohner mehr Ruhe. Unter der Nummer 52186 hofft beispielsweise jemand auf bessere Lärmschutzmaßnahmen fürs Wohngebiet Rohrer Höhe und schlägt eine Verlängerung nach Westen vor. Immerhin: Das Verkehrsministerium benennt Lärm als eine der größten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Umweltbelastungen für die Menschen. Die ständige Geräuschbelästigung bedeute für den Körper Stress und könne zu gesundheitlichen Schäden und Beeinträchtigungen wie Gehörschäden, vegetativen Störungen, Schlafstörungen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Lärm stehe auch im Verdacht, die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen zu fördern und das Herzinfarktrisiko zu erhöhen.

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