Die Polizei rückte am Sonntagnachmittag zu einem Großeinsatz nach Botnang aus. Foto: privat

Weil das Gerücht herumging, dass ein zwölf Jahre altes Mädchen bei einer Feier der Volksgruppe der Tamilen beschnitten werden sollte, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot aus. Bei der Feier folgte dann die Auflösung.

Stuttgart-Botnang - Der Großeinsatz der Polizei am Sonntagnachmittag in Stuttgart-Botnang (wir berichteten) beruhte auf einem kuriosen Missverständnis: Bei der Polizei war ein anonymer Hinweis eingegangen, dass bei einer Feier im Brahmsweg, an der rund 300 Tamilen teilnahmen, ein zwölf Jahre altes Mädchen beschnitten werden sollte. Dies stellte sich schließlich als unwahr heraus.

Wie die Beamten berichten, meldete ein anonymer Zeuge der Polizei gegen 15.15 Uhr, dass es während der Feier zu der Beschneidung der Zwölfjährigen kommen solle.

Teilnehmer des Festes lösen das Missverständnis auf

Daraufhin beschloss die Polizei, Einsatzkräfte, die zuvor bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel, nach Botnang zu schicken – und so rückten rund 60 Beamte in etwa einem Dutzend Einsatzfahrzeuge zum Ort des Geschehens aus.

Nachdem die Polizisten bei dem Fest unter anderem auch mit dem Mädchen und deren Familie reden konnten, kam die Auflösung: Es handelte sich in keiner Weise um eine Beschneidung. Das Fest wurde veranstaltet, um die erste Monatsblutung der Zwölfjährigen – und somit deren Entwicklung vom Mädchen zur Frau – zu feiern.

Gegen 17.15 Uhr rückten die Einsatzkräfte der Polizei wieder ab und die Feier konnte ungehindert fortgesetzt werden.

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