Hier drückt laut dem Gewerbe- und Handelsverein gewaltig der Schuh: Die Parkdauer in der Altstadtzone für Kunden beträgt nur zwei Stunden. Foto: Nagel

Gewerbe- und Handelsverein Bad Cannstatt bittet Kommunalpolitiker vor den Wahlen zu einer Podiumsdiskussion. Ihnen sollen zu Cannstatt-Themen auf den Zahn gefühlt werden.

Bad Cannstatt - Stuttgarts OB Fritz Kuhn will Stuttgart zur Fahrradstadt und den Neckar für Bürger erlebbarer machen. Bäder-Chef Alexander Albrand bastelt an einem zukunftsfähigen Bäderkonzept und ab 2022 soll der Rosensteintunnel Cannstatts Straßen von den Automassen befreien, die hier täglich fahren und für Lärm und Abgase sorgen. Ein neuer Verkehrsstrukturplan für Stuttgarts größten Stadtgebiet soll in diesem Zusammenhang zeigen, wo Straßenrückbau möglich ist und neue, attraktive Freiräume für Bürger entstehen können. Auch auf dem 22 Hektar großen, ehemaligen Güterbahnhof-Gelände entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Cannstatter Stadtteil mit viel Gewerbe, Dienstleistungen und fast 1000 neuen Wohnungen. Fest auf der städtischen Agenda für die Zukunft verankert ist auch das Thema „Stärkung des Einzelhandels“, wofür auch schon die ersten Gelder bereit gestellt wurden. Im Bahnhofsviertel soll genauso investiert werden wie in der Marktstraße.

Wohnbau, Verkehr oder Einzelhandel – brisante Themen gibt es reichlich für die Kommunalwahlen am 26 Mai, die so langsam ihre Schatten vorauswerfen. Auch der Gewerbe- und Handelsverein/Verein für Dienstleistung und freie Berufe (GHV/VDF) Bad Cannstatt zeigt sich von seiner politischen Seite und lädt am 17. April zu einer Podiumsdiskussion mit den Parteien ins Verwaltungsgebäude ein. „Wir möchten den Teilnehmern ordentlich auf den Zahn fühlen“, verspricht GHV/VDF-Vorsitzender Achim Barth.

Öffentliche Veranstaltung

Doch die Veranstaltung ist natürlich nicht nur für die Mitglieder gedacht. Denn Barth möchte jedem Gewerbetreibenden, Handwerker, Freiberufler, Einzelhändler und natürlich allen interessierten Bürger fünf Wochen vor der Wahl die Chance anbieten, sich über die Parteien und deren Kandidaten zu informieren und über deren Wahlthemen ein Bild zu machen. „Der Fokus der Fragen richtet sich schon auf Bad Cannstatt“, so der GHV-Chef. Denn Themen wie Radspuren, autofreie Wilhelmsbrücke, Schnellbus, fehlendes Parkleitsystem, Milieuschutzsatzung für den Seelberg, Wohnraummangel oder Stadtbadschließung werden seit Jahren rauf und runter diskutiert und vom lokalen Gewerbe und Handel kritisiert. Beispielsweise die vom Technikausschuss beschlossene Sperrung der Wilhelmsbrücke für Autofahrer zugunsten von Passanten und Radfahrer, die der GHV genauso ablehnt wie die strikte Auslegung der Anwohnerparkregelung in der Altstadt, die seit November 2017 gilt und seitdem für viel Unmut beim Einzelhandel und dessen Kundschaft sorgt. „Maximal zwei Stunden Parkdauer ist für ein B-Zentrum definitiv zu wenig“, so Achim Barth. Doch bei der Podiumsdiskussion will der Gastgeber auch über den Cannstatter Tellerrand hinausschauen und ein weiteres heißes Eisen ansprechen: Stichwort flächendeckende Diesel-Fahrverbote und Messstellen am Neckartor.

Die Podiumsdiskussion findet am Mittwoch, 17. April, im großen Sitzungssaal des Bezirksrathauses in Bad Cannstatt statt. Einlass um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung dauert bis 21.30 Uhr. Die Moderation übernimmt GHV/VDF-Vorsitzender Achim Barth. Auf dem Podium sitzen: Alexander Kotz, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, Stefan Conzelmann, Chef der Cannstatter SPD, Gerhard Veyhl von den Freien Wählern, Doris Höh von der FDP und Christian Köhler von der AfD. Wer von den Grünen und SÖS/Linke/PluS Rede und Antwort stehen wird, steht noch nicht fest.

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