Die S-Bahn zum neuen Hauptbahnhof (im Bild) wird künftig im Tunnel geführt, darüber entsteht ein neuer Stadtteil. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Bahn soll stand heute 5,2 Millionen Euro dafür erhalten, dass die Schienen im neuen S-Bahn-Tunnel federnd gelagert werden.

Stuttgart. - Die Landeshauptstadt will auf den heutigen Gleisanlagen hinter dem Hauptbahnhof ein neues Stadtviertel entwickeln. Damit auf dem Stuttgart-21-Gelände gewohnt und gearbeitet werden kann, muss die S-Bahn in einen Tunnel gelegt und müssen die Gleise im Tunnel aufwendig gelagert werden, damit Erschütterungen aus dem Bahnbetrieb nicht auf die später über der Röhre stehenden Häuser wirken. Bereits im Kaufvertrag für die Bahngrundstücke aus dem Jahr 2001 hatte sich die Stadt verpflichtet, die Kosten für den Erschütterungsschutz zu zahlen.

Im Wirtschaftsausschuss am Freitag wurden sie genannt: Insgesamt geht es um „voraussichtlich“ 5,2 Millionen Euro Bau- und 310 000 Euro Planungskosten. Außerdem soll die Stadt einen Teil des laufenden Unterhalts bestreiten, eine Summe wird dafür nicht genannt. Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch (SÖS/Linke-plus) und Stadtrat Bernd Klingler (BZS23) kritisierten das Vorgehen und forderten Einsicht in eine rechtliche Bewertung, mit der die Stadt ihre Verpflichtung aktuell hat überprüfen lassen. Allen anderen Fraktionen genügte die Verwaltungsvorlage, was Thomas Adler (Linke) als „größtmögliche Vertuschungsgemeinschaft“ bezeichnete. Es gebe „keine Möglichkeit, das von der Bahn finanzieren zu lassen“, sagte der für Stuttgart 21 im Tiefbauamt zuständige Projektleiter Gerhard Rotermund.

Der Gemeinderat soll am 9. Mai über den S-Bahn-Zuschuss entscheiden.

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