Die Stadt L.-E. wehrt sich weiterhin gegen eine Nutzung der S-Bahn-Strecke durch den Regional- und Fernverkehr. Foto: Archiv Günter Bergmann

Leinfelden-Echterdingen will Fern- und Regionalverkehr auf der S-Bahn-Strecke durch die Stadt verhindern. Jetzt soll der Druck auf die Politik erhöht werden.

Leinfelden-Echterdingen - Seit Herbst waren die Mitglieder des Arbeitskreises Stuttgart 21 in L.-E. in Wartestellung. Mehrfach hatte der Bahnbevollmächtigte Eckart Fricke den Termin für eine Präsentation von Varianten für die Streckenführung des überörtlichen Bahnverkehrs auf den Fildern verschoben. Am Dienstag erfolgte nun die Vorstellung – wie angekündigt hinter ver­­schlossenen Türen im Rathaus Leinfelden.

Bahnbrechend Neues haben die rund 30 Teilnehmer der um externe Experten und Abgesandte des Staatsministeriums und des Verkehrsministeriums erweiterten Runde allerdings nicht erfahren. Fricke habe in der mehr als zweistündigen Versammlung bekannte Variationsmöglichkeiten der Streckenführung zwischen Rohr und Flughafen sowie verschiedene Lagen für einen Fernbahnhof am Airport ausführlich erläutert, berichten Sitzungsteilnehmer übereinstimmend. Sie haben dabei nicht den Eindruck gewonnen, dass die Bahn die bisher geplante Mischnutzung der S-Bahn-Strecke aufgegeben hätte.

Konsequenz müs­se sein, vor dem Planfeststellungsverfahren nun den politischen Druck auf die Landesregierung zu erhöhen, um Fern- und Regionalverkehr auf der bestehenden Strecke mitten durch L.-E. abzuwenden, dringt es in großer Übereinstimmung aus der Arbeitsgruppe heraus. Mit bereits ausgeschiedenen Streckenvarianten ist derzeit eine Arbeitsgruppe von Staats- und Verkehrsministerium „in Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern“ befasst. Einem gestern Nachmittag verbreiteten Kommunique der Stadt L.-E. zufolge sei dies von der Arbeitsgruppe „sehr positiv“ aufgenommen worden. Kritisiert wurde von der AG S 21 jedoch, dass diese Gespräche ohne die betroffene Kommune stattfinden. Vor Weiterführung der Planfeststellung soll die Öffentlichkeit ausführlich informiert werden.

Auch OB Klenk sieht laut Pressemitteilung nun vor allem die Politik aufgerufen: „Die Lösung muss zwischen einem wirksamen Lärmschutz entlang der S-Bahn-Trasse als Minimalforderung und einer Alternativtrassierung liegen.“ Er sei diesbezüglich auf das für Mitte/Ende Februar ins Auge gefasste Gespräch mit Verkehrsminister Winfried Hermann gespannt.

Begleitet war die Sitzung anfangs von einem Pfeifkonzert und „Lügenpack“-Rufen. Vor dem Rathaus hatten sich Mitglieder der Schwabenstreich-Gruppe zum Protest versammelt. njl

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