Noch spielen diese Käsreiter-Schauspielerinnen auf der Löwenbühne. Foto: Malte Klein

Wenn der Löwen in Steinenbronn abgerissen wird, verlieren die Leute im Ort nicht nur eine Gastwirtschaft. Auch das Mundarttheater Käsreiter verliert seine Spielstätte. Bisher gibt es noch keine Alternative.

Steinenbronn - Fiffi ist verschwunden. Der Pfarrer Malmsheimer, gespielt von Horst Loop, vermutet ihn im Zuschauerraum der Löwenbühne im gleichnamigen Gasthaus in Steinenbronn. Suchend geht er umher und bückt sich dann: „Da unterm Tisch könnte er sein. Noi, da sind nur haarige Füß’.“ Das Stück „A außerirdische Schnapsidee“ über einen merkwürdigen Pfarrer, eine überdrehte Ufologin und mysteriöse Kornkreise hat am Freitag die Zuschauer zum Lachen gebracht.

Dreimal führen Horst Loop und seine Kollegen vom Theater der Käsreiter das Stück noch auf. Am Freitag, 20. April, stehen sie das letzte Mal auf der Löwenbühne. Das tun sie nicht nur, weil das der letzte Spieltermin ist, sondern vor allem weil das Restaurant „Zum Löwen“ bald abgerissen werden soll. „Das ist schade und eine blöde Situation“, sagt Loop als Vorsitzender des Theaters der Käsreiter.

Investor plant Mehrfamilienhaus

Der 78-jährige Gastronom Erich Weinholzner möchte das Restaurant aus Altersgründen aufgeben. Einen neuen Pächter haben sie nicht gefunden. Deshalb haben er und seine Frau Käthe sich entschieden, das Haus abreißen zu lassen. An der Stelle an der Stuttgarter Straße möchte ein Investor ein Mehrfamilienhaus bauen. Für Horst Loop bedeutet das, dass er und seine Theaterkameraden sich eine neue Spielstätte suchen müssen. „Wir müssen unsere Requisiten und Kostüme ausräumen“, sagt er. Bis zum 30. April muss alles draußen sein. Die Technik werden sie in Kellern einlagern. „Ansonsten geht es darum, welche Kulissen wir aufheben und welche nicht.“ Denn die sind genau auf die Bühne im Löwen zugeschnitten. Nach den Worten von Loop hat der Gastronom Erich Weinholzner ihn immer über die Pächtersuche und nun über den geplanten Abriss informiert. „Wir wussten immer, woran wir sind. Er war sehr offen zu uns.“

Die Bühne sollte relativ groß sein

Für die Käsreiter, die seit 39 Jahren Theater machen, ist es nicht der erste Ortswechsel. Seit 2011 spielen sie auf der Löwenbühne. „Wir waren vorher im Waldhorn in Holzgerlingen“, sagt Loop. Angefangen haben sie in Stuttgart-Sonnenberg. „Es dauerte ein paar Jahre, bis wir uns etabliert haben“, sagt Loop.

Noch haben sie keinen neuen Spielort gefunden. Loop hat aber eine Idee, wie er sein muss: „Wir brauchen eine relativ große Bühne und spielen drei bis vier Monate lang. Es wäre gut, wenn wir unsere Kulissen stehen lassen könnten.“ In den Saal der Löwenbühne passen 150 Personen. Eine künftige Spielstätte sollte mindestens Platz für 100 Zuschauer haben.

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