Die Zahl der Verkehrstoten ist 2018 angestiegen. (Symbolfoto) Foto: picture alliance/dpa

Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag eine endgültige Statistik zu den Verkehrstoten in Deutschland vorgelegt. Demnach sind im vergangenen Jahr 3275 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.

Wiesbaden - In Deutschland sind im vergangenen Jahr 3275 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Dies waren 95 Tote oder drei Prozent mehr als im Jahr 2017, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Verletzten stieg demnach um 5706 oder 1,5 Prozent auf 396.000 Menschen.

Das Statistische Bundesamt hatte bereits im Februar eine Jahresbilanz vorgelegt. Diese berücksichtigte aber nur Zahlen bis November - dies ist nun die endgültige Statistik.

Landstraßen bleiben der Statistik zufolge der Schwerpunkt für tödliche Verkehrsunfälle. Mit 69 Prozent ereigneten sich zwar die mit Abstand meisten Unfälle innerhalb von Ortschaften, dort seien aber nur 30 Prozent der tödlichen Unfälle registriert worden.

Auf längere Sicht günstige Entwicklung

Auf Landstraßen gab es im Vergleich zwar nur 24,3 Prozent der Unfälle, auf diese entfielen aber 57 Prozent der tödlichen Unglücke. Auf Autobahnen wurden demnach 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 12,9 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle gezählt.

Trotz des Anstiegs von 2017 auf 2018 ergibt sich auf längere Sicht eine günstige Entwicklung. So sank seit 2010 die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland um 10,2 Prozent. Es gebe aber deutliche Unterschiede hinsichtlich der Art der Verkehrsbeteiligung.

So sank die Zahl der getöteten Autoinsassen von 2010 bis 2018 deutlich um 22,6 Prozent. Bei Fußgängern sank die Zahl aber nur um 3,8 Prozent, bei Motorrad- und Mofafahrern sogar nur um 1,7 Prozent. Bei Fahrradfahrern stieg die Zahl der Verkehrstoten sogar um 16,8 Prozent ab.

ADFC fordert mehr Investitionen

Der Fahrradklub ADFC kritisierte „fahrradfeindlich gestaltete Kreuzungen und Einmündungen“. Geschäftsführer Burkhard Stork forderte mehr Investitionen für „durchgängige, sichere Radwege und geschützte Kreuzungen.“ Der Fahrradklub befürchtete, durch die Zulassung von E-Scootern werde sich die Situation verschlimmern.

In absoluten Zahlen liegt die Zahl der getöteten Autoinsassen weiter deutlich vorn. 1424 Menschen verunglückten in einem Auto, 697 auf einem Motorrad oder Mofa, 458 Tote waren Fußgänger, 445 Fahrradfahrer und 174 saßen in einem Lastwagen. Weitere 77 Menschen seien anderweitig ums Leben gekommen, etwa mit einem Traktor oder als Businsasse.

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