Großer Andrang bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Foto:  

Zu Beginn der Pfingstferien sind die Warteschlangen am Stuttgarter Flughafen lang. Die meisten Fluggäste ließen sich aber vom Trubel nicht aus der Ruhe bringen.

Stuttgart - Freitagmorgen, 8.45 Uhr. Eine Menschentraube staut sich vor der Rolltreppe an der S-Bahn-Station Flughafen/Messe. Die einen wirken genervt, andere starren aufs Smartphone, während sie den Koffer auf die Treppe befördern. Wieder andere bleiben entspannt. „Naja, es geht ja einigermaßen flott voran“, sagt eine Frau zu ihrer Begleiterin.

Oben in Terminal 1 hat sich bereits eine lange Schlange vor dem Sicherheitsbereich gebildet. Sie zieht sich bis weit in den Gang hinein, der zu den anderen Terminals führt. Etwas abseits steht Else Eisenbeiß mit ihrem Mann. Die 79-jährige aus Kehl am Rhein tritt in wenigen Stunden ihren ersten Flug nach mehr als 20 Jahren an, der sie zum Familientreffen nach Berlin bringt. Mit so viel Trubel am Flughafen habe sie nicht gerechnet. „Ich hoffe, das Flugzeug ist nicht zu voll“, sagt Eisenbeiß.

Zum Jungesellinnenabschied nach Mailand

Für die 21-jährige Lara, die 22-jährige Amina und vier weitere Freundinnen geht es in den Süden – nach Mailand. Warum gerade Mailand? „Junggesellinnenabschied, sie heiratet nächste Woche“, sagt Lara und deutet auf eine Freundin. Mailand sei eine Mädchenstadt, da gebe es viele tolle Modemarken, ergänzt sie. Das Programm steht auch schon fest: „Party machen, Stadt anschauen, Party machen. Ein Girls-Trip eben“, erklärt Amina.

Auch Madeleine Böhm zieht es nach Italien, und zwar in die Hauptstadt Rom. Die 26-jährige Alleinreisende hat sich erst am Mittwoch entschlossen, den Trip anzutreten. „Was ich dort mache, ist noch völlig offen – Sightseeing auf jeden Fall“, sagt die Projektmanagerin, die die ewige Stadt bereits vor zehn Jahren bereist hat.

Marco Martic und Ivan Tulumovic sind schon in Urlaubslaune. Das Dosenbier in ihrer Hand belegt das. Die beiden fliegen mit ein paar Kumpels nach Belgrad. „Die Altstadt ist toll, außerdem verbindet sich die Donau dort mit einem anderen großen Fluss, der Save. Es gibt viele schöne Stadtstrände“, erklärt der 31-jährige Martic. Auf den großen Ansturm am Flughafen waren die beiden nicht gefasst, wie sie zugeben – planen aber sowieso immer genügend Zeit bis zum Abflug ein. Ein paar Schritte weiter steht Bastian Wiemer mit einem kleinen Rollkoffer in der Schlange vor dem Sicherheitsbereich von Terminal 3. Es geht nach Göteborg. „Das habe ich erst heute Morgen erfahren. Ich fahre mit meiner Abi-Truppe zusammen. Einer organisiert, die anderen bekommen spontan Bescheid, wo es hingeht. Das machen wir schon seit zehn Jahren so“, sagt der 31-jährige.

Freude auf die Sonne in Ägypten

Das Schlangestehen haben Ute Kugler und ihr Begleiter Christian noch vor sich. Sie sitzen ganz entspannt im Terminal, vertieft in die Reiseunterlagen. Ihr Ziel: Ägypten. 40 Grad habe es da, sagen sie. „Die Sonne haben wir schon mal gesichert“, so die 55-jährige. Etwas günstiger sei es auch im Vergleich zu anderen Reisezielen, ergänzt ihr Begleiter.

Auf den Flughafen-Trubel sei sie gut vorbereitet, so Kugler. „Ich habe mich gestern informiert und auch gelesen, dass 50 000 Fluggäste abgefertigt werden sollen.“ Zeit hätten sie deshalb reichlich eingeplant, der Flug gehe erst nach 12 Uhr.

Den ganzen Tag über Trubel

Trotz Massenansturm sei die erste Abflugwelle gut gelaufen, sagt Flughafen-Pressesprecherin Beate Schleicher. „Wir hatten Check-in-Schalter und Sicherheitskontrolle schon ab 3.30 Uhr geöffnet, also eine halbe Stunde früher als sonst. Offenbar haben das viele Urlauber genutzt“, so Schleicher. Dadurch sei der Betriebsstart gelungen.

Doch der große Trubel beginnt stehe erst noch an. „Es bleibt den ganzen Tag über voll. Freitagnachmittag fliegen auch wieder viele Geschäftsreisende und Wochenpendler.“ Der Freitag sei verkehrsstärkster Flughafen-Tag des bisherigen Jahres und reiche, was die Anmeldungen angeht, bereits an den stärksten Tag des gesamten vergangenen Jahres heran, so die Sprecherin.

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