Auf diesem Gelände an der Elsässer Straße 6 Foto: Stadt Stuttgart

Auf dem Areal zwischen Lothringer, Elsässer und Colmarer Straße soll ein Stadtteilzentrum mit inklusiver Kita entstehen.

Zuffenhausen - Auf dem Gelände zwischen Lothringer, Elsässer und Colmarer Straße wird sich bald einiges tun: Das Gebäude Lothringer Straße 13A, das momentan von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der Mobilen Jugendarbeit sowie einer Außenstelle der Albert-Schweitzer-Schule genutzt wird, soll saniert und zu einem Stadtteil- und Familienzentrum ausgebaut werden. In dessen Nachbarschaft, auf dem Grundstück Elsässer Straße 6, soll ein Neubau errichtet werden, in den eine Kindertagesstätte und ein Schulkindergarten ziehen. Das komplette Projekt hat den Arbeitstitel „Zuffen-Haus“ bekommen, die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,9 Millionen Euro. Astrid Schmelzer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung hat die Bezirksbeiräte vor kurzem über den aktuellen Stand der Planungen informiert.

Das Grundstück hat die Stadt bereits gekauft

Das Grundstück an der Elsässer Straße 6 hat die Stadt bereits gekauft – allerdings nicht komplett: Ein Teil davon ist von Anliegern erworben worden, die ein Vorkaufsrecht hatten. Auf die Pläne der Stadt, das erläuterte Schmelzer, habe dies keinen Einfluss. Auch so wird genügend Platz für den Neubau plus Außenbereich vorhanden sein. Das Gebäude soll parallel zur Elsässer Straße errichtet werden. Insgesamt können dort vier Gruppen mit insgesamt 46 Mädchen und Buben unterkommen. Dabei wird auf Inklusion gesetzt: Zwei der Gruppen bieten öffentliche Betreuungsplätze für Kinder von null bis sechs Jahre, die anderen beiden werden behinderte Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren aufnehmen. Auf diese Weise soll eine pädagogische Verzahnung der beiden Einrichtungen erreicht werden. Sowohl im Zuge des Alltagslebens als auch im Bezug auf das Raumangebot könnte inklusiv gearbeitet werden. Der Schulkindergarten liegt im Verantwortungsbereich des Staatlichen Schulamts und des Schulverwaltungsamts, für die beiden Regelgruppen ist das Jugendamt zuständig.

Ergänzt werden soll der Inklusionsansatz durch die Angebote im benachbarten Stadtteil- und Familienzentrum. Das wird ins Gebäude Lothringer Straße 13A einziehen. Sowohl die Awo als auch die Mobile Jugendarbeit, so der aktuelle Stand, werden ihre Räume dort auch künftig nutzen. Die Außenstelle der Albert-Schweitzer-Schule hingegen möchte sich 2016 räumlich verändern. Das städtische Gebäude aus dem Jahr 1928 ist stark sanierungsbedürftig ist. Barrierefreiheit, Ausstattung und Energieeffizienz entsprechen nicht den Anforderungen. Um das Haus als Stadtteil- und Familienzentrum nutzen zu können, muss es saniert und umgebaut werden. Danach soll dann das bestehende Angebot ergänzt und erweitert werden. Geplant ist unter anderem ein offener Erdgeschossbereich mit Café- und Mittagsangebot. Zudem wird es Räume für Bürger, Gruppen und Familien geben. Unterm Strich, das erläuterte Astrid Schmelzer, soll das Haus zu einer generationsübergreifenden Begegnungsstätte für jedermann werden.

Die Gesamtkosten betragen 6,9 Millionen Euro

Zu Beginn der Planungen war darüber nachgedacht worden, ob die neue Kita an die bereits auf dem Nachbargrundstück bestehende Tageseinrichtung Elsässer Straße 8 angebunden wird. Dies wurde aber auch technischen und pädagogischen Gründen verworfen. Auch soll die neue Kita nicht direkt ans Gebäude Lothringer Straße 13A angebaut werden, stattdessen gibt es einen Verbindungsgang.

Schmelzer ging auch auf Finanzierung und Zeitplan des Vorhabens ein: Von den 6,9 Millionen Euro Gesamtkosten (3,5 Millionen Euro für die Sanierung Lothringer Straße 13A, 3,4 Millionen für Neubau und Einrichtung Elsässer Straße 6) müsste die Stadt 5,4 Millionen Euro bezahlen. Bis auf 800 000 Euro, die für den Doppelhaushalt 2016/2017 angemeldet worden sind, ist dieser Teil der Finanzierung so gut wie gesichert. Den Rest, also 1,5 Millionen Euro, würden Bund und Land drauflegen. Gebaut werden soll zunächst am Bestandsgebäude. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Arbeiten im Herbst 2016 beginnen.

Die Bezirksbeiräte votierten für den Grundsatzbeschluss der Verwaltung. Am 21. Juli wird der Ausschuss für Umwelt und Technik über das Vorhaben abstimmen.

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