Teile der Stuttgarter Straße in Feuerbach könnten künftig nicht nur am Höflesmarkt für den Verkehr gesperrt werden. Foto: Archiv Torsten Ströbele

Die Studie „Stadtteilzentren konkret“ ist abgeschlossen. Die Ergebnisse des Büros Dr. Donato Acocella liegen vor. Die Stadtverwaltung hat ihre Schlüsse daraus gezogen und benötigt nun erst einmal 250 000 Euro vom Gemeinderat, damit erste Projekte 2018 umgesetzt werden können.

Stuttgarter Norden - Leer stehende Geschäfte, Billiganbieter, Spielhallen oder Gebäude, die schon einmal bessere Tage gesehen haben: Solche Bilder möchten weder die Einzelhändler noch die Bürger auf und rund um ihre Einkaufsmeilen sehen. Doch sie sind Realität. Das zeigt auch eine Studie des Büros Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung. Das Unternehmen wurde von der Stadt beauftragt, sechs Stadtteilzentren genauer zu untersuchen und Handlungskonzepte für die einzelnen Gebiete zu erstellen. Auch Feuerbach, Weilimdorf und Zuffenhausen sind dabei in den Fokus gerückt.

Mittlerweile ist die Studie des Büros Dr. Donato Acocella fertig, in die auch die Ergebnisse aus verschiedenen Workshops eingeflossen sind, zu denen unter anderem Vertreter der Gewerbe- und Handelsvereine, Immobilienbesitzer und Bezirksbeiräte eingeladen waren. Zwischenzeitlich hat auch die Stadtverwaltung schon ihre Schlüsse aus den Ergebnissen der Studie gezogen. Wie es nun konkret weitergehen soll, steht in einer Vorlage an den Gemeinderat, über die am 19. September das erste Mal in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik diskutiert werden soll. Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung um Bürgermeister Peter Pätzold schlägt vor, zunächst einige „Schlüsselmaßnahmen“ umzusetzen: In Feuerbach müsse vor allem der westliche Teil der Stuttgarter Straße gestärkt werden. Das soll unter anderem durch eine Umgestaltung der Plätze an der Kreuzung der Stuttgarter mit der Grazer und der Klagenfurter Straße sowie im oberen Bereich der Einkaufsmeile passieren. Die Aufenthaltsqualität soll durch diese Maßnahmen gesteigert werden. Dabei sind auch verkehrsberuhigte Abschnitte kein Tabuthema mehr. Zudem soll der Parksuchverkehr rund um die Grazer Straße minimiert werden. Deshalb soll die Garage im Burgenlandzentrum modernisiert beziehungsweise aktiviert werden. Das Fazit des Büros Dr. Donato Acocella lautet für Feuerbach folgendermaßen: „Das Zentrum kann trotz rückläufiger Betriebszahlen und Verkaufsflächen seit 2008 einige positive Entwicklungsimpulse aufweisen. Dennoch benötigt auch das Zentrum Feuerbachs Unterstützung.“ Der Bereich von der oberen Stuttgarter bis zur Grazer Straße soll als Einkaufs- und Aufenthaltsquartier entwickelt werden, während die Zukunft des Gebiets bis zum ehemaligen Schoch-Areal eher im Bereich Versorgungs- und Gastronomiestandort gesehen wird.

Der Gemeinderat soll am 12. Oktober über die Vorlage abstimmen

In Weilimdorf steht für die Stadtverwaltung die Fläche rund um den Löwen-Markt im Vordergrund. Dort soll das Einkaufszentrum samt Tiefgarage „revitalisiert werden“. Zudem soll die Geschwindigkeit auf der Pforzheimer Straße zwischen künftigem Kreisverkehr und Mathildenstraße reduziert werden. Auch eine größere Aufenthaltsqualität auf einigen Plätzen rund um das Ortszentrum ist Thema. Das Büro Dr. Donato Acocella schlägt vor, sich der Köstlinstraße anzunehmen: „Die Plätze am Löwen-Markt sollen dann auch verbunden und an die Pforzheimer Straße angebunden werden.“ Zu diesem Maßnahmen-Paket zählt auch die Umgestaltung der Glemsgaustraße. All diese Vorschläge umzusetzen, haben übrigens auch jüngst die Bezirksbeiräte in einem interfraktionellen Antrag gefordert. Auf der Liste der Lokalpolitiker ist allerdings nicht die mögliche Erweiterung des Discounters Lidl an der Pforzheimer Straße vermerkt. Dieser Vorschlag stammt vom Büro Dr. Donato Acocella.

Auch in Zuffenhausen gibt es noch viel zu tun. Die Stadtverwaltung möchte zunächst den östlichen Teil der Unterländer Straße – zwischen Kirchtal- und Ludwigsburger Straße – in Angriff nehmen. Das Büro Dr. Donato Acocella rät unter anderem, Parkplätze zu entfernen und den Gehweg zu verbreitern. Zudem soll priorisierend das Bahnhofsumfeld an Attraktivität gewinnen. Acocella kommt für Zuffenhausen zu folgendem Fazit: „Der Haupteinkaufsbereich in der Unterländer Straße ist teilweise durch Leerstände und Mindernutzungen sowie Defizite hinsichtlich der Gestaltung des öffentlichen Raumes geprägt.“ Nicht nur der Straßenraum müsse in diesem Bereich aufgewertet werden, sondern es brauche auch ein begleitendes Ladenflächenmanagement.

Um die ersten Maßnahmen auch umsetzen zu können, benötigt die Stadtverwaltung Geld. Insgesamt sollen 150 000 Euro von den Stadträten im kommenden Doppelhaushalt für alle sechs untersuchten Stadtbezirke bereit gestellt werden. Weitere 100 000 Euro werden 2018/2019 für die weiteren Planungen benötigt.

Auch die Bezirksbeiräte aus Zuffenhausen (19. September), Weilimdorf (20. September) und Feuerbach (26. September) werden sich noch mit den Vorschlägen befassen, ehe der Gemeinderat dann am 12. Oktober über die Vorlage der Stadtverwaltung abstimmen wird.

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