Fotosession mit Rathauschefin: Vor den Bauhoffahrzeugen präsentieren die Schüler die Ausbeute der Schulwegputze.. Foto: Poppi Roberts

Die jungen Abfallsammler der Wichernschule, der Zeppelinschule, der Anne-Frank-Schule und des Gustav-Stresemann-Gymnasiums zeigen der Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull stolz das Ergebnis ihrer Schulwegputzete.

Fellbach - Was für eine tolle Aktion – und das ausgerechnet noch am (vorläufig) heißesten Tag des Jahres: Bei rund 34 Grad Celsius waren am Mittwoch rund 500 Schülerinnen und Schüler ausgeschwärmt, um an allen möglichen Gebieten innerhalb der Stadt wie auch in Außenbereichen Müll zu sammeln. Die vielen Säcke samt Inhalt, die dabei zusammenkamen, präsentierten voller Stolz gut 100 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrern und Schulleitern am Donnerstagvormittag auf dem Bauhof – und zwar der Fellbacher Oberbürgermeisterin im Rahmen ihres diesjährigen Stadtteilrundgangs.

Beteiligt hatten sich die Wichernschule und die Zeppelinschule in Fellbach, die Anne-Frank-Schule in Schmiden sowie das Fellbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium. Sie alle organisierten eine „Schulwegputzete“ – wobei nicht nur das direkte Umfeld der jeweiligen Schule inspiziert wurde. Die Zeppelinschule etwa hatte die Suche in verschiedene Einsatzgebiete unterteilt, die je von einer Klasse beackert wurden. Mal ging’s nahe der Esslinger Straße zum Max-Graser-Stadion oder auf die Flächen hinter Jugendhaus und F3-Kombibad, mal wurde der Grünbereich rund ums SVF-Sportzentrum Loop abgesucht, mal verstreuten sich die Schülerinnen und Schüler in der Gegend oberhalb der neuen Kelter in Richtung Kappelberg.

Bei der Schulwegputzete kommt haufenweise Müll zusammen

Und was sie alles im Gebüsch am Straßenrand, in den Gräben, zwischen den Rebstöcken oder auf den Wiesen gefunden hatten! Natürlich jede Menge Pizzaschachteln, einen weggeschmissenen Besen und einen kaputten Regenschirm. Und: „Ein voller Müllsack lag hinter einer Böschung – wir glauben, da war Gift drin.“ Mal war es ein kleiner Lolli, mal Weinflaschen, mal drei Sonnenbrillen, mal ein kaputtes Fahrradschloss, eine Vielzahl an Zigaretten oder Zigarettenschachteln, mal ein Tisch oder „ein Sportbeutel voll mit Kleidung“. Andere entdeckten im Bereich Hasentanz einen Gürtel und eine Tüte mit vielen geschmolzenen Eiswürfeln. Rund um einen Schnellimbiss nahe der Schule fanden die Abfallsammler „überall solche Pommestüten“. Auf einem „lag eine Bratpfanne“ und, so eine Mitschülerin, „eine Windel mit Kaka drin“. Ein Junge hatte ebenfalls eine kuriose Entdeckung gemacht: „Da lag noch ein Plastiktannenbaum, der wer so groß wie ich.“

Abfallexpertin Katharina Banholzer hat Tipps parat

Abfallexpertin Katharina Banholzer hatte beim Treffen in einer Lagerhalle des Betriebshofs für die Schüler und eventuell auch für die Rathauschefin noch einige Tipps zur Müllvermeidung parat. Etliche Schüler wussten schon bestens Bescheid. Ein Mädchen berichtete, wie beim letzten Kindergeburtstag alle gemeinsam mit Nuss-Nougat-Creme eine Kosmetikpaste gemixt hatten – was Gabriele Zull besonders interessierte: „Nutella-Lippencreme, das werde ich Zuhause auch mal vorschlagen“, so die Oberbürgermeisterin.

Anschließend gab’s noch einen Fototermin mit Schülern, der OB und mindestens 30 gefüllten Müllsäcken. Und wie wird man dem Problem künftig Herr? Ein Schüler sagte, „Spraydosen verbieten“, ein anderer hatte eine klare Vorstellung: „Man müsste Kameras verstecken und alle, die Müll dort hin schmeißen, auf diese Weise erwischen und dann anzeigen.“

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