Stadtbahnbau 20-Meter-Pfähle für Stadtbahnhalt

Von Elke Rutschmann 

Zwischen Planetarium und B 14 wird bald gegraben. Das Großbohrgerät ist bereits aufgefahren.  Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Zwischen Planetarium und B 14 wird bald gegraben. Das Großbohrgerät ist bereits aufgefahren. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Kanäle und Leitungen für die neue Haltestelle Staatsgalerie sind verlegt, nun beginnen die Arbeiten an der Station.

Stuttgart - Marcus Beck ist an diesem Dienstag bei einem Baustellenrundgang nicht gut bei Stimme. Ansonsten macht der Projektleiter der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) aber einen sehr aufgeräumten Eindruck. „Wir sind zufrieden, wie es läuft. Es ist eine besondere Herausforderung, weil wir nicht irgendwo auf der grünen Wiese bauen, sondern innerstädtisch mit mehreren Schnittstellen und Partnern drum rum“, sagt Marcus Beck.

Es geht um die Haltestelle Staatsgalerie, deren Neubau von der Deutschen Bahn AG finanziert, aber von den SSB umgesetzt wird. In einer ersten Bauphase sind Leitungen und Kanäle im Bereich des Wullestegs verlegt worden, unter anderem ein Abwasserkanal mit einem Durchmesser von 160 Zentimetern. Er wurde vom Innenministerium hinüber zum Hotel Le Meridien unter der B 14 hindurchgepresst.

Während der Kanalarbeiten mussten die sechs Fahrspuren der Willy-Brandt-Straße in Richtung Planetarium verschoben werden. Momentan fehlt nur noch der Anschluss an den Nesenbachkanal, der im April erfolgen soll. Die vier rund sechs Meter tiefen Baugruben können dann wieder gefüllt, die sechs Spuren auf der Willy-Brandt-Straße in ihre ursprüngliche Position verschoben werden.

Im März soll mit dem Verbau begonnen werden

Noch im März soll mit dem sogenannten Verbau, den Sicherungswänden für die 150 Meter lange Baugrube der späteren Haltestelle Staatsgalerie, begonnen werden. In Form einer geöffneten Schale soll sie das Planetarium umschließen. Um diese Schalenkonstruktion aus Weißbeton optimal zu gestalten, was Bewehrung, Farbe und Oberfläche betrifft, wird bis zum Sommer ein Muster-Segment in der Originalgröße von acht Meter Höhe hergestellt. „Dann entscheiden wir, ob man es so übernehmen kann, und ­suchen einen Platz, wo wir es ausstellen können“, sagt Bernd Schröder vom Tiefbauamt.

Was jetzt schon zu sehen ist, ist das Großbohrgerät vorm Planetarium. Mit ihm werden acht bis zu 20 Meter tiefe Bohrlöcher für die Gründungspfähle ins Erdreich getrieben. Damit die sechs Fahrspuren auf der B 14 währenddessen weiterhin befahrbar bleiben, wird der Verkehr unter anderem über Behelfsbrücken geleitet.

Umweg zum Schlossgarten

Den Grundriss für die Haltestelle wird man schon nach den Sommerferien erkennen können. Die alte Pergola am Planetarium wurde bereits abgerissen, der Laubengang bleibt erhalten. „Wir wollen auch möglichst lange den jetzigen Durchgang von der Haltestelle in Richtung Planetarium offen halten“, sagt Bernd Schröder. Wenn dieser wegen der Bauarbeiten 2016 geschlossen wird, müssen die Fahrgäste einen Umweg in Kauf nehmen oder gleich am Neckartor aussteigen, falls sie in den Schlossgarten wollen. Zurzeit steht den Stadtbahn-Nutzern für den Zugang zum Bahnsteig in Fahrtrichtung Charlottenplatz ein provisorischer Treppenabgang zur Verfügung.

Damit die Haltestelle auch aus Richtung Sänger- und Landhausstraße in der Bauphase gut erreichbar bleibt, wird gerade ein weiterer vorübergehender Abgang mit einer Rampe für Kinderwagen gebaut.

Mitte 2016 wird des für die Fahrgäste der Stadtbahnlinien U 1, U 2 und U 4, später auch für die Linie U 9, Einschränkungen geben. Für rund neun Monate verkehren diese Linien nicht zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz, sondern werden über den Hauptbahnhof umgeleitet. Ende dieses Jahres wollen die SSB ihren Kunden deshalb das Liniennetz präsentieren, wie es für die Zeit des Umbaus der Haltestelle Staatsgalerie gültig sein wird .

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