Die Übergänge sind für Fußgänger nicht optimal eingerichtet. Foto: Benjamin Schieler

Die SSB wollen am Berliner Platz die Sicherheit verbessern – sobald das Geld dafür da ist.

S-Mitte - Nirgendwo in Stuttgart kreuzen sich überirdisch so viele Stadtbahnen wie am Berliner Platz. Das macht das Überqueren von Gleisen und Straßen für Fußgänger kompliziert. Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) wollen deswegen im kommenden Jahr mit einer Neuordnung die Sicherheit an den Haltestellen der Linien U 9 und U 14 erhöhen. Der SSB Chefplaner Volker Christiani rechnet mit Kosten im höheren sechsstelligen Bereich. Weil an diesen das Tiefbauamt der Stadt beteiligt sein wird, sind die Haushaltsberatungen des Gemeinderats im Herbst die höchste Hürde für den Umbau.

Ins Auge gefasst haben die SSB vor allem zwei Gefahrenstellen: zum einen den Fußgängerüberweg an der Ecke Fritz-Elsas- und Schlossstraße zur Liederhalle hin, der direkt über die Gleise führt, zum anderen auf der gegenüberliegenden Seite einen Bereich direkt auf Höhe der Haltestelle. Dort, so haben die SSB festgestellt, schlängeln sich Stadtbahnnutzer – um Umwege zu vermeiden – zwischen den Autos durch, wenn diese an der Ampel auf Grün warten.

Die Mittel aus dem Finanzierungsprogramm sind erschöpft

Die Lösung dort soll eine neue Fußgängerampel in Kombination mit einem nach seiner Form benannten Z-Übergang bringen. Er zwingt die Fußgänger beim Überqueren der Gleise immer in die Richtung zu blicken, aus der sich eine Stadtbahn nähern könnte. Zwei weitere dieser Z-Übergänge sollen über die Trasse der U 9 in Richtung Vogelsang führen.

Die Neugestaltung ist Teil eines laufend fortgesetzten Programms, bei dem die SSB alte, gefahrenträchtige Haltestellen ihres Netzes mit Springlichtern und Z-Übergängen sicherer machen wollen. Der Anlass sind mehrere Unfälle, bei denen in den vergangenen Jahren Fußgänger starben oder schwer verletzt wurden. Aktuell sind die Mittel aus dem Finanzierungsprogramm erschöpft, sobald jedoch neue zur Verfügung stehen, sollen sie laut Christiani am Berliner Platz investiert werden. „Wir wissen, dass das dort ein Riesenproblem ist“, sagte Christiani. Gleichzeitig planen die SSB Z-Übergänge an der Kreuzung Schloss- und Silberburgstraße im Stuttgarter Westen. Sie sollen dem dortigen Bezirksbeirat demnächst präsentiert werden.

Der bauliche Aufwand soll sich in Grenzen halten

Die Lokalpolitiker in Mitte begrüßten die SSB-Pläne. Manuel Krauß (SPD) bat darum, Blindenleitlinien bei den neuen Überwegen zu beachten, was Christiani zusagte. Die SSB würden sich bei solchen Planungen mit Sehbehindertenvertretern wie der Nikolauspflege austauschen.

Der bauliche Aufwand für die Umgestaltung am Berliner Platz soll sich nach momentanem Stand in Grenzen halten. Das meiste Geld werden laut dem Chefplaner Christiani die Signalanlagen verschlingen. Die Stuttgarter Straßenbahnen und das Tiefbauamt teilen sich diese Kosten nach einem festgelegten Schlüssel untereinander auf, für Änderungen im Gleisbereich sind grundsätzlich die SSB zuständig, für solche auf der Straße dagegen die Stadt. Deswegen entscheiden die Haushaltsberatungen, ob die Pläne tatsächlich wie erhofft 2014 realisiert werden.

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