Im Auswärtsblock verteilten Unbekannte in der Nacht zum Samstag Gülle. Foto: Pressefoto Baumann

Mehrere Hundert Polizisten sind am Samstag beim Hochsicherheitsspiel SSV Reutlingen gegen die Stuttgarter Kickers im Einsatz. Dennoch kommt es zu unschönen Szenen. Unter anderem stehlen Kickers-Fans 80 Eintrittskarten.

Reutlingen - Die Polizei war gewarnt: Im Hinspiel flogen bei der Oberligapartie Stuttgarter Kickers gegen den SSV Reutlingen Flaschen, Pyros und zahlreiche Fäuste. Sieben Menschen wurden laut Polizei bei den heftigen Ausschreitungen auf der Waldau im vergangenen Dezember verletzt. Am Samstag wollten die Beamten ähnliche Szenen unbedingt vermeiden. Dementsprechend groß war das Aufgebot beim Hochsicherheitsspiel an der Reutlinger Kreuzeiche. Es waren rund 250 Kräfte im Einsatz.

Die starke Polizeipräsenz zahlte sich aus: „Insgesamt zufrieden“, so lautete das Fazit der Einsatzkräfte. Dennoch kam es vor und nach dem Spiel zu unschönen Szenen. So drangen Unbekannte in der Nacht zum Samstag unter anderem in den Gästeblock ein und verteilten dort Gülle, die jedoch noch rechtzeitig zur Stadionöffnung entfernt werden konnte.

Mann tritt auf Einsatzwagen ein

Die Anreise der rund 600 Kickers-Anhänger, unter denen sich auch befreundete Ultras aus Regensburg und Linz befanden, verlief am Samstag nach Angaben der Polizei weitgehend störungsfrei. Daneben benahmen sich dann jedoch unbekannte Kickers-Fans, die von einem Verkaufsstand am Gästeblock rund 80 Eintrittskarten stahlen. Während des Spiels, das am Ende 1:1 ausging, soll es laut Polizei ruhig geblieben sein.

Nach dem brisanten Derby ging es dann aber kurzzeitig rund. Mehrere Reutlinger-Anhänger, die von Fans aus St. Gallen unterstützt wurden, versuchten Shuttlebusse, in denen sich Kickers-Fans befanden, zu stürmen. Dieses Vorhaben konnten die Einsatzkräfte jedoch verhindern. Dagegen ging es in zwei Shuttlebussen rund. Dort wurden nach Polizeiangaben von innen jeweils zwei Scheiben eingeschlagen. Zuletzt nahm die Polizei noch einen SSV-Fan vorläufig fest, der gegen einen Streifenwagen trat. Einen Wasserwerfer, der in der Nähe des Stadions bereit stand, musste nicht eingesetzt werden.

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