Spruch Des Schwaben Sparsamkeit

Von StN 

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Zum Thema sparsame Schwaben hat Michael Peters aus Backnang diesen Beitrag verfasst.

Zum Thema sparsame Schwaben hat Leser Michael Peters aus Backnang diesen Beitrag verfasst: "Dass die Schwaben sparsam sind, ist landauf, landab bekannt. Zahllose Witze belegen dies ("...ond nemm dem Bua d'Brill ab, wenn's nex zom Glotze gibt!"). Leider wird in diesem Zusammenhang gerne sparsam mit geizig verwechselt. Auch mir als Franken war der Unterschied lange nicht bewusst. Vor vielen Jahren wanderte ich ins Schwabenland aus, um in einer schwäbischen Fabrik eine neue Arbeitsstelle anzutreten. Mein Vorgänger auf diesem Arbeitsplatz war geizig. Er war der Überzeugung, dass selbst das Billigste noch zu teuer sei. Mir fiel sogleich ein ehemaliger Chef ein, das Musterbeispiel eines sparsamen Schwaben. Einer seiner überlieferten Aussprüche lautet: ,Mir hennd net gnug Geld für was Billigs zom Kaufa!'

Als jemand, der in 30 Jahren aus einem Acht-Mann-Betrieb ein Weltunternehmen mit über 2000 Mitarbeitern gemacht hatte, wusste er auch, wem er das zu verdanken hatte. In guten wie in schlechten Zeiten stand er voll hinter seiner Belegschaft. Als einer seiner Söhne einmal mit dem Betriebsrat wegen einer Lohnforderung aneinandergeriet, schickte ihn der Patriarch mit einem Spruch aus dem Raum: ,Etz hennd mr onsra Goiß es Fresse abgwöhnt, etz isch des ondankbare Viech verreckt.' Noch lange nach seinem Tod arbeitete seine Frau in der Firma mit. Sie verwaltete die Spesenabrechnungen. Von ihr habe ich auch den Spruch, den ich zum schwäbischen Spruch des Tages anmelden möchte: Als ich einmal eine höhere Abrechnung für eine Bewirtung einreichte - es ging um die Anbahnung eines größeren Geschäfts -, ließ sie mich kommen und faltete mich ob dieser Verschwendung zusammen. Ihr Fazit: ,Sie glaubet ja gar et, was in en Mensche neigohd, wenn's nix koschd!"'

Noch ein Nachtrag zu baddara: "Mein Vater sagte, wenn ihm etwas gelungen war: ,Dös hat batted!'. Heute könnte man sagen, das hat ,hingehauen"' - schreibt Leser Wilhelm Wegenast aus Stuttgart.

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