Von wegen „olle Kamelle“, Brettspiele sind auch in digitalen Zeiten sehr beliebt Foto: dpa

Brettspiele boomen. Das zeigt sich auf der weltweit größten Spielemesse, die an diesem Donnerstag in Essen beginnt. 1150 Aussteller aus 50 Nationen präsentieren 1400 Neuheiten. Wir haben fünf getestet.

Essen - Zur weltgrößten Spielemesse in Essen kommen rund 180 000 Besucher. Was sie dort erwartet? Zum Beispiel diese fünf Spiele.

Impact: Battle of Elements

Für Glückspilze

Einfach, flott und spannend – so lässt sich das Würfelspiel „Impact: Battle of Elements“ beschreiben. Zunächst haben alle Spieler gleich viele Symbol-Würfel. Wer dran ist, wirft einen Würfel in die bereits mit einem Würfel gefüllte Schachtel. Zeigen die Würfel unterschiedliche Symbole, darf der Spieler einen weiteren Würfel werfen oder passen. Wer Pech hat und seinen letzten Würfel wirft, ohne gleiche Symbole zu schaffen, scheidet aus. Glück hingegen haben Spieler, die immer wieder Würfel mit gleichen Symbolen abgreifen können, denn wer am Schluss noch Würfel hat, gewinnt.

Taugt gut: Für Glückspilze – das Spiel zu gewinnen ist reiner Zufall.

Taugt nicht: Für Pechvögel – wer früh ausscheidet, langweilt sich zu Tode.

Impact: Battle of Elements von Dieter Nüßle, erschienen bei Ravensburger. 2–5 Spieler b 8 Jahren, etwa 15 Minuten, circa 20 Euro.

Die Legende der Irrlichter

Für Teamspieler

Gute Augen sind bei „Die Legende der Irrlichter“ von Vorteil. Denn leider sind die Symbole, die es auf dem per Knopfdruck leuchtenden Spielplan zu sehen gibt, recht klein. Noch kleiner erscheinen sie auf den Karten, die den Spielern ihre Aufgaben vorgeben. Wer ungeschickt sitzt, erkennt vermutlich gar nichts. Das ist schade, denn vom Grundgedanken her ist dieses kooperative Spiel klasse. Die Gruppe muss sich gut absprechen, wohin jeder Einzelne mit seiner Figur zieht, und wenn die LED-Technik funktioniert, wird den Spielern auch noch ein gutes Gedächtnis abverlangt.

Taugt gut: An bewölkten Tagen und bei Dämmerlicht – dann ist der Leuchteffekt des Spielplans am besten zu sehen.

Taugt nicht: Für Menschen mit Sehschwäche.

Die Legende der Irrlichter von Kai ­Haferkamp, erschienen bei Haba. 2–4 Spieler ab 6 Jahren, circa 25 Minuten, rund 40 Euro.

Guiness World Records Challenges

Für Rekordhalter

Wie lange kannst du einen gleich bleibenden Ton singen? Wie schnell kannst du ein Kartendeck austeilen? Wie viele Zungenschnalzer schaffst du innerhalb von 30 Sekunden? Diese und andere Fragen stellen sich den Spielern bei „Guiness World Records Challenges“. Wer im Praxistest gute Ergebnisse schafft und bei Fragen rund um verschiedene Weltrekorde richtig liegt, rückt näher Richtung Sieg. Es sei denn, die Mitspieler fordern einen heraus und sind besser. Das Spiel ist extravagant und lustig – allerdings nur mit den richtigen Mitspielern.

Taugt gut: Für Leute, die sich gerne zum Affen machen und Rekorde lieben.

Taugt nicht: Für Leute, die es lästig finden, vor Spielbeginn Löffel, Socken, Münzen und andere Dinge aus dem Schrank zu holen.

Guinness World Records Challenges, erschienen bei HUCH!. 2–5 Spieler ab 8 Jahren, etwa 45 Minuten, rund 31 Euro.

Roll for Adventure

Für Würfelfreunde

Ein Spiel, viele Varianten – diese Formel passt auf das kooperative Würfelspiel „Roll for Adventure“. Für abwechslungsreiche Partien sorgen die unterschiedlich kniffeligen Aufgabentafeln und die Feind-Karten, die sich erschwerend untermischen lassen. Auch über die Spielplanseiten und Charaktertafeln lassen sich neue Herausforderungen schaffen. Wichtig ist es, dass die Spieler mehrere Dinge im Blick behalten, ihre Würfelergebnisse für taktisch clevere Aktionen nutzen und idealerweise gemeinschaftlich auf eine Linie finden.

Taugt gut: Für Gruppen, in denen kein Leithammel die Marschrichtung vorgibt.

Taugt nicht: Für Gruppen, die ausschließlich aus Leithammeln bestehen.

Roll for Adventure von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan, erschienen bei Kosmos. 2–4 Spieler ab 10 Jahren, circa 30 Minuten, etwa 30 Euro.

Zippy Racers

Für Spieleanfänger Da leuchten Kinderaugen: wow, eine Schnecke mit Käppi, die sich an einem Zippband in die Länge ziehen lässt. Gleich drei dieser Tierchen, diverse Blumenblätter und ein Würfel sind in dem für Kinderhände schlecht zu öffnenden Spielekarton von „Zippy Racers“ zu finden. Im Grundspiel gilt es, seine Schnecke bis zu der Zahl in die Länge zu ziehen, die das Würfelergebnis zeigt. Ziel ist es, durch die Streck-Aktionen möglichst schnell alle Blumenblätter einer Farbe zu erreichen. Wen das langweilt, kann verschiedene Varianten ausprobieren. Der Spaß hält sich allerdings auch hier in Grenzen. Reizvoll ist das Spiel nur wegen des coolen Bandes und der lustigen Käppi-Schnecken.

Taugt gut: Für Spielanfänger, die das Zippband faszinierend finden.

Taugt nicht: Für Kinder, die bereits bessere Laufspiele kennen.

Zippy Racers, erschienen bei Jumbo. 2–3 Spieler ab 4 Jahren, circa 15 Minuten, etwa 30 Euro.