Gruppenbild mit Schulbussen: die Delegation beim autokauf. Foto: privat

Zusammen mit Schwäbisch Gmünd hilft die Stadt im Nahen Osten. Eine Delegation war über das Wochenende in Beirut und Umgebung.

Schorndorf - Eine kurze, dafür aber intensive Reise in den Libanon hat eine Delegation aus Schorndorf und Schwäbisch Gmünd hinter sich, die von Samstag bis Dienstagabend unterwegs war. Fünf Kommunalpolitiker waren vor Ort, um gemeinsam zwei Schulbusse zu kaufen. Mit diesen werden Flüchtlingskinder aus Camps im Norden des Landes zu einer Bildungseinrichtung gebracht, die sie auf den Schulbesuch vorbereitet.

Große Probleme eines kleinen Landes

„Die Idee dazu kam während einer Sitzung des Städtetages“, sagt der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer, der zusammen mit seinem Amtskollegen Richard Arnold, Katharina Aubele von der Stadtverwaltung und Birgit Stahl vom Gemeinderat Schwäbisch Gmünd sowie dem Schorndorfer Stadtwerke-Chef Andreas Seufer nach Beirut gereist war. Der frühere UN-Beauftragte und ehemalige Sindelfinger OB Joachim Rücker habe sie beim Städtetag auf die Probleme des Landes im Nahen Osten aufmerksam gemacht.

Mit einer Bevölkerung von knapp vier Millionen Einwohnern habe der Libanon in den vergangenen Jahren rund 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. „Diese heißen dort allerdings nicht Refugees, sondern Displaced Persons, da die Libanesen davon ausgehen, dass diese wieder zurück in ihre Heimat gehen“, so Klopfer. Die Situation im Libanon sei sehr fragil, allein in der Infrastruktur herrschten große Probleme. „Strom, Wasser, Abfall sind die wichtigsten Themen.“ 96 politische Parteien machten es nicht einfach, einen Konsens zu finden, Geld sei knapp.

Deutschland sei das zweitgrößte Geberland des Libanons, doch auch auf kommunaler Ebene könne geholfen werden, so Klopfer. „Wir sind deshalb mit der Schulbus-Idee in unsere Gemeinderäte gegangen und haben gesagt: Lasst uns was machen“, sagte Klopfer, der auch für OB Arnold sprach, der seit Mittwoch im Urlaub ist. Die Idee stieß auf Zustimmung, 20 000 Euro wurden investiert. „Eine Hälfte aus Schorndorf, eine aus Schwäbisch Gmünd. Die 10 000 Euro aus Schorndorf teilten sich die Stadt und die Stadtwerke. Wir werden uns auch weiterhin engagieren.“

Zwei Busse für 300 Kinder

Vor Ort betätigten sich die beiden Stadtoberhäupter dann als Gebrauchtwageneinkäufer. „Wir haben uns für deutsche Wertarbeit entschieden und zwei VW-Busse gekauft“, berichtet das Schorndorfer Stadtoberhaupt. Wie damit täglich rund 300 Kinder herumkutschiert werden sollen, ist zwar nur schwer vorstellbar, doch hat die Delegation vor Ort erfahren können, welchen Optimismus und welchen Improvisationsgeist die Libanesen in solchen Dingen an den Tag legen können.

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