Immer mehr alte Menschen sind von Armut bedroht. Foto: dpa

Die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen jährlich ermittelten Noten für stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste sind offenbar wenig aussagekräftig. „Es hat sich gezeigt, dass das Qualitätssystem erhebliche Mängel hat“, sagte Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den Stuttgarter Nachrichten.

Stuttgart - Immer mehr Ältere in Deutschland sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Ende 2012 lebten 465.000 Menschen über 65 von Sozialhilfe – 6,6 Prozent mehr als 2011. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Sozialhilfe springt ein, wenn Rente und Vermögen nicht für einen Pflegeheimplatz ausreichen. Der Eigenanteil für Bewohner steigt seit Jahren. Heute liegt er bei durchschnittlich 1050 Euro pro Monat.

Und wie steht es um die Qualität der Pflege? Die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen ermittelten Pflegenoten sind offenbar wenig aussagekräftig. „Es hat sich gezeigt, dass das Qualitätssystem erhebliche Mängel hat“, sagte Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den Stuttgarter Nachrichten. Im Bundesvergleich stünden die Heime im Land zwar gut da, doch könnten „schlechte Noten in zentralen Bereichen wie der Wundversorgung durch gute Bewertungen in relativ belanglosen Teilen wie der Darstellung des Speiseplans ausgeglichen werden“. Durch das Stichprobensystem würden zudem problematische Pflegefälle oft nicht erfasst. „Das muss geändert werden“ sagte Altpeter. Der Medizinische Dienst Baden-Württemberg erklärte, die Erfahrungen zeigten, dass die notwendige Aussagekraft für die Verbraucher nicht in dem angestrebten Maß erreicht wird.

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