US-Präsident Donald Trump will Tiktok in den USA verbieten, wenn das Unternehmen nicht an eine US-Firma verkauft. Foto: dpa/Jens Kalaene

US-Präsident Donald Trump will die chinesische Plattform Tiktok verbieten, wenn sie nicht an eine US-Firma verkauft wird. Nun soll die Wahl auf Oracle gefallen sein – unklar ist jedoch, wie die Partnerschaft aussehen soll.

New York - Die Inhaber der beliebten Video-App Tiktok ziehen das Software-Unternehmen Oracle dem Mitbewerber Microsoft als Technologie-Partner in den USA vor. Das berichten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf informierte, mit den Verhandlungen vertraute Quellen. Tiktok soll nach Willen der US-Regierung das US-Geschäft an ein dort ansässiges Unternehmen verkaufen.

Sowohl Tiktok als auch Oracle wollten sich am Sonntagabend nicht dazu äußern. Der Softwarekonzern Microsoft hatte am Sonntag mitgeteilt, dass das chinesische Mutterunternehmen von Tiktok, Bytedance, sein Kaufangebot abgelehnt hat. Bytedance habe Microsoft mitgeteilt, dass das US-Geschäft von Tiktok nicht an Microsoft verkaufen würde, hieß es in einer Mitteilung des Software-Giganten.

Noch einige Unklarheiten

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, den beliebten Dienst in den USA zum 20. September zu verbieten, und angeordnet, dass Bytedance Tiktok an ein US-Unternehmen verkaufen müsse. Als Grund nannte sie mutmaßliche Spionage und nationale Sicherheitsbedenken.

Demnach ist die US-Regierung besorgt, dass das chinesische Unternehmen Nutzerdaten an die Regierung in Peking weiterleitet. Das Weiße Haus lehnte einen Kommentar am Sonntag ab. Tiktok weist derartige Vorwürfe zurück und wehrt sich gerichtlich gegen den angedrohten Zwangsverkauf.

Es ist noch unklar, ob das vorgeschlagene Geschäft nur das US-Geschäft umfasst und wie dieses vom Rest der Plattform abgekoppelt wird, die weltweit beliebt ist. Bytedance bietet außer Tiktok noch eine ähnliche App namens Douyin für den chinesischen Markt an. Unklar ist auch, was hinter dem Begriff Technologie-Partner steckt. Eine mögliche Rolle für Oracle könnte sein, die Daten amerikanischer Tiktok-Nutzer zu speichern, um Trumps Kritik an der Datensicherheit zu begegnen.

Trump kann einen Verkauf verhindern

Auch der Einzelhandelskonzern Walmart hatte Interesse an einem Kauf von Tiktok bekundet und geplant, gemeinsam mit Microsoft einzusteigen. Am Sonntag teilte das Unternehmen mit, es habe „weiterhin Interesse an einer Tiktok-Investition“ und sei mit Bytedance und anderen Parteien im Gespräch.

Jedes Abkommen muss noch vom Ausschuss für Ausländische Investitionen in den USA überprüft werden. Der Präsident kann einem Verkauf zustimmen oder ihn verhindern. Trump hat bereits Unterstützung für Oracle geäußert.

Tiktok hat nach eigener Aussage in den USA 100 Millionen und weltweit 700 Millionen Nutzer. Die Plattform ist für witzige, alberne Videos mit Tänzen, Lippensynchronisation und Streiche bekannt. Zuletzt gab es vermehrt auch politische Inhalte, beispielsweise von der US-Komikerin Sarah Cooper, die sich über Donald Trumps oft zusammenhangslose Aussagen lustig macht.

Oracle hingegen ist für datenbankbasierte Software bekannt. Das Unternehmen konkurriert mit Microsoft und Amazon, die unter anderem Cloud-Dienstleistungen und Unternehmenssoftware anbieten.

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