Modelmaße muss die gesuchte Verkäuferin nicht haben. Aber aus Fleisch und Blut sollte sie schon sein. Foto: dpa

Mit einem leicht bekleideten Bikinimodel will eine Metzgerei Fachangestellte werben. Allerdings spielen Speckröllchen bei den Bewerber/innen keine Rolle, sagt die Chefin.

Lauffen - Die Dame sieht so aus, als schultere sie normalerweise höchstens ein Handtäschchen. Für dieses Foto posiert die Blondine aber mit einer veritablen Haxe. Man kann nur hoffen, dass ihr ein hilfsbereiter Mensch das Fleisch aus dem Kühlraum geholt hat, schließlich trägt die Frau nur einen Bikini. Ihr Job: der Metzgerei Kopf in Lauffen am Neckar (Kreis Heilbronn) einen neuen Verkäufer oder eine neue Verkäuferin zu angeln. Denn die spärlich bekleidete Dame ziert eine Stellenanzeige, mit der das Geschäft seit April schon nach neuen Mitarbeitern sucht: Eine normale Anzeige sieht sich ja keine Sau an, meint die Chefin Annette Kopf. Die Fleischbeschau in der Annonce hat der Metzgerei zwar reichlich Aufmerksamkeit beschert, aber nicht, wie erhofft, viele Bewerbungen. Fünf Interessenten hätten sich gemeldet. Nur zwei seien in Frage gekommen, aber beide sprangen wieder ab. Frau Kopf schwört Schwein und Bein, dass sie keine zu strengen Maße anlegt. „Von uns im Laden entspricht keiner dem Model“, sagt sie. Speckröllchen wären ihr also wurst. Nur vom Fach soll die neue Kollegin oder der neue Kollege sein und Freude am Beruf haben. Übrigens hat die Anzeige eine Frau entworfen. Womöglich sollte die Grafikerin ja das Model wechseln – vielleicht sind Fleischereifachverkäuferinnen ja eher mit einem Sixpack zu ködern.

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