Das Personal der geschlossenen Gartenhallenbäder in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen wird zum Teil andernorts eingesetzt.
Die Gemeinden Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen haben jeweils ein eigenes Gartenhallenbad, und bei beiden geht erst mal ziemlich lange nichts mit Schwimmen. Das in Leinfelden wird abgerissen, der letzte Schwimmtag war der 16. Dezember. Ein neues wird folgen, das energetisch auf dem neuesten Stand der Dinge sein soll mit Geothermie. Die Bauzeit wird geschätzt bis Anfang 2027 dauern. In Filderstadt ist das Gartenhallenbad seit dem 11. September geschlossen, es wird umfassend saniert. Ende 2025 soll dort wieder geschwommen werden können.
Vor allem im Sommer ist Badepersonal sehr gefragt
Die gute Nachricht für die dort Beschäftigten: Alle konnten für neue Aufgaben in den Kommunen gewonnen werden, wenn sie es denn wollten. Da mag es arbeitsrechtliche Gründe geben für eine Weiterbeschäftigung. Aber Tatsache ist auch, dass vielerorts Badepersonal gesucht wird, vor allem Schwimm- und Bademeister, dies vor allem in der Freibadsaison. Der Eigenbetrieb Stuttgarter Bäder etwa sucht stets händeringend nach solchen Leuten, allein um das bestehende Angebot aufrecht zu erhalten.
Im vergangenen Sommer mussten wegen Personalmangel die Öffnungszeiten einiger Freibäder reduziert werden. Und schon seit vielen Jahren sind die Hallenbäder in Stuttgart – mit Ausnahme der Mineralbäder – geschlossen, um in den Freibädern ausreichend Personal vorhalten zu können. Den Filder-Kommunen sind diese Beschäftigten also lieb und teuer, entsprechend heißt es aus der Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen: „Alle Mitarbeitenden des Hallenbades können innerhalb der Stadtverwaltung beschäftigt werden. Ebenfalls haben alle die Option, nach Bauende und Wiedereröffnung des Hallenbads an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurückzukehren.“ Denn es soll ja weiter gehen mit dem öffentlichen Schwimmen.
Mehr Gäste in Sonnenberg und Vaihingen
Wer jetzt in diesen Gemeinden schwimmen gehen will, muss Kompromisse eingehen. Einige nehmen längere Wege in Kauf, fahren etwa in die Bäder in Sonnenberg und Vaihingen. Die Angestellten dort stellen jedenfalls mehr Gäste in den vergangenen zwei Monaten fest als davor, wenn auch einen geringen. Jens Böhm, Sprecher der Geschäftsführung des städtischen Eigenbetriebs Stuttgarter Bäder: „Unseren Aufsichtskräften fällt auf, dass darunter auch neue Gäste sind. Diese berichten teilweise von einer Bäderschließung in ihrer Nähe, weswegen sie nun zu uns kommen.“ Die Filder-Schwimmer können natürlich auch in ihren Städten bleiben. Ganz trocken geht es dort schließlich nicht zu, aber das Angebot ist sehr eingeschränkt und für viele mit längeren Wegen verbunden. In Filderstadt gibt es – abgesehen vom Fildorado – noch die städtischen Bäder in Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen mit erweiterten Öffnungszeiten. Dort ist übrigens jetzt auch viel Personal aus dem Gartenhallenbad zu finden. Doch im Fokus steht dort vor allem das Schulschwimmen, das jetzt ebenfalls in den genannten Bäder inklusive Fildorado stattfindet. Für die Schüler gibt es inzwischen einen Sonderbus, denn betroffen sind die Gotthard-Müller-Schule, das Dietrich-Bonhoeffer- sowie das Elisabeth-Siebert-Gymnasium, die Realschule Bernhausen, die Bruckenackerschule sowie der Sportkindergarten. Der Schwimmunterricht selbst findet jetzt vor allem im Lehrschwimmbad in Plattenhardt sowie im Fildorado statt. Es wurde ein Busverkehr eingerichtet, der mehrmals täglich zwischen den Schulen und den beiden Bädern verkehrt.
Für das Schulschwimmen ist gesorgt
Ein Busverkehr für die Schwimmenden war zunächst auch in Leinfelden-Echterdingen vorgesehen. Doch zum einen ist diese der Verwaltung zufolge personell nicht leistbar – nicht zuletzt wegen einer Häufung von Krankheitsfällen. Und zum anderen finde das Angebot laut einer Umfrage unter Badegästen keinen großen Anklang. Daher die Entscheidung der Stadt: „Der Aufwand, der betrieben werden müsste und die Kosten, die entstünden, stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Daher haben wir uns gegen die Beförderung entschieden“, so der zuständige Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. Favorit bei den Ausweich-Schwimmhallen sei Sonnenberg, dorthin existiere eine gute Stadtbahnverbindung. Für den Sommer sei vor allem das Freibad Möhringen angesagt. Dieses wird allerdings noch saniert in der Hoffnung, im Frühjahr öffnen zu können.
Auch für Leinfelden-Echterdingen gilt: Ganz trocken geht es hier auch nicht zu für die Schwimmfans. Zumindest sonntags wird es voraussichtlich vom 25. Februar an öffentliches Schwimmen im Goldäckerbad geben. Dafür sind in diesem Jahr 28 Termine angesetzt. Jeweils samstags davor gibt es weitere Öffnungszeiten für Vereinstraining. Und an diesen zusätzlichen Terminen gibt es auch ein Wiedersehen mit etlichen Angestellten aus dem Gartenhallenbad. Und so sieht die Verteilung der Angestellten in Leinfelden-Echterdingen aus: Ein Bademeister wird Hausmeister an der Goldwiesenschule, ein weiterer berät in Elternzeit beim Neubau, ein dritter ist sonntags im Goldäckerbad beschäftigt – er unterstützt dort auch den Schwimmunterricht der Schule. Reinigungskräfte sind in der Sporthalle Goldäcker, im Sportzentrum Leinfelden, in der Schulkindbetreuung, im Treff Zehntscheuer beschäftigt, sie übernehmen auch Arbeiten im Kulturforum oder in den Festhallenküchen. Kalbfell: „Alle Beschäftigten sind mittlerweile auf einem guten Weg und können sich mit ihrer neuen Arbeit identifizieren.“
Öffentliches Schwimmen in den Filder-Gemeinden
Leinfelden-Echterdingen
Vom 24. Februar an ist öffentliches Schwimmen immer Sonntags im Goldäckerbad möglich, wahrscheinlich zwischen 7 und 13 Uhr. Dafür sind für dieses Jahr zunächst einmal 28 Termine angesetzt. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Filderstadt
Da gibt es natürlich das Fildorado mit seinen üppigen Öffnungszeiten und Freizeitmöglichkeiten. Da jetzt ein Großteil des Schulschwimmens dort stattfindet, kann mal das eine oder andere Becken dafür belegt sein. Öffentlich schwimmen ist sonst noch möglich im Hallenbad Plattenhardt. Geöffnet hat es Dienstags von 17 bis 21 Uhr, Mittwochs von 18 bis 21 Uhr, Donnerstags von 7.30 – 11 Uhr sowie Samstags von 10 bis 16 Uhr.
Neues Bad
Etwa vier Monate benötigt der Abriss des Gartenhallenbads in Leinfelden-Echterdingen. Anschließend werden die Stadtwerke Bohrungen für die Geothermie vornehmen, um nicht nur das Bad, sondern auch die Umgebung mit Nahwärme zu versorgen. Ende 2025 soll dann mit dem Bau des neuen Hallenbads begonnen werden. Wenn alles klappt, können die Badegäste Anfang 2027 zum ersten Mal ihre Bahnen im neuen Hallenbad ziehen. Die Stadt investiert in diesen Neubau nach jetzigem Stand rund 43 Millionen Euro.