Winterfreuden auf Baden-Württembergs höchstem Gipfel, dem 1493 Meter hohen Feldberg Foto: Hochschwarzwald Tourismus

Manchmal muss man gar nicht in die Ferne schweifen: Sobald Schnee liegt, sollten Skifahrer präpariert sein für einen herrlichen Ausflug in den nahe gelegenen Südschwarzwald.

Feldberg - Schöner Schnee und Sonnenschein, auch in diesem Winter lang ersehnt: Da möchte man doch sofort zum Skifahren starten, ohne große Planung und Buchung. Und welcher Berg liegt näher als der Feldberg, immerhin 1493 Meter hoch, der höchste Gipfel nördlich der Alpen. Oft hat er noch ausreichend Schnee, wenn ringsherum alles bereits wieder grün zu werden beginnt. Unter der Woche sollte es auch nicht so voll sein, also schaufelt man sich einen Tag frei und fährt los.

Just an diesem Donnerstag haben sich das so einige gedacht, die erst ins neue Parkhaus kreiselten (1200 Parkplätze gibt es da) und jetzt in der Schlange vor den Liftschaltern stehen. Ein kurzer Kerniger aus Villingen-Schwenningen schimpft über die Wartezeit: „Da hätte ich ja gleich in die Schweiz fahren können, zum Flumser Berg, 150 Kilometer, dann aber zack auf die Ski!“ Am Abend werde er sich dafür freuen, wenn der Rückweg vom Feldberg nur 50 Kilometer weit ist, meinen die Umstehenden, und das räumt er dann auch ein und ist ein wenig besänftigt.

Snowboarden hüpfen wie Gummibälle

Nebenbei lassen sich etliche Snowboarder beobachten, die wie Gummibälle über eine Kante hüpfen. Der gesamte Seebuck sieht an diesen Tagen etwas anders aus als gewohnt, Spezialisten haben eine FIS-Strecke für den Weltcup im Snowboardcross gebaut. Trainingsläufe linker Hand, dazwischen letzte Arbeiten am Pistenprofil, das wird aufregend für die Athleten am Wochenende. In 30 Sekunden werden sie die kurze Strecke heruntergesaust und -gesprungen sein, der helle Wahnsinn. Jeweils sechs von ihnen, Seit’ an Seit’.

Die Skifahrer sind heute gemütlicher unterwegs, genießen am Gipfel erst einmal die fantastische Alpensicht und fahren neugierig zur Bergstation der neuen Zeigerbahn hinüber, im ver­gangenen Winter wurde sie eröffnet. Blau glänzen die Deckel der 6er-Gondeln in der Sonne, ein hübsches Bild. Vom Grund am Grafenmatt führt die neue Bahn herüber und ersetzt den alten Schlepplift, zu dem man nur mühsam gelangte. Zu Fuß ging es über die Bundesstraße, die Ski auf der Schulter, dann musste man eine kleine Anhöhe hinaufstapfen, bevor es mit dem Schlepper wieder aufwärts und retour zum Seebuck ging.

Ein rabenschwarzes Loch und blaue Alternativen

Jetzt ist das komfor­tabel gelöst, wie sich am Nachmittag herausstellen wird. Rüber zum Grafenmatt gelangen Skifahrer wie bisher über eine Brücke, die für Anfänger schon eine Herausforderung darstellt. Aber einmal drüben angekommen, sind die Abfahrten zahlreich. Jedes Mal wieder erstaunlich, wie groß und variantenreich sich das Gebiet mit seinen 30 Pistenkilometern darstellt: Rabenschwarz ist nicht nur das „Fahler Loch“, sondern auch die FIS-Weltcup-Abfahrt und der Ahornbühl, die Abfahrten Nummer 13 und 14.

Je nach Tagesform schwingt man sich direkt hinunter oder nutzt die roten und blauen Alternativen. An diesem Tag ist das Wetter prächtig, aber die Form miserabel, also werden bald die Hütten getestet: Vom langen Grafenmattlift herunter fährt man direkt auf das Berggasthaus Grafenmatt zu, draußen beim Selfservice treffen sich die Snowboarder, drinnen lassen sich die älteren Semester gemütlich bedienen. Eine deftige Erbsensuppe oder Spaghetti mit hausgemachter Soße, beides fein und wärmend. Der Kellner ist flott unterwegs und gut organisiert, trotz großem Andrang hat er alles im Griff. Saures Radler nennt er „BMW“ – Bier mit Wasser, heißt das, wie er auf Nachfrage verrät.

Am Nachmittag läuft es besser, ein paar Grad mehr und so kommen auch Eidechsen wieder in Schwung. Der Morgen war frisch gewesen, der Wind kühl. Jetzt wärmt die Sonne Skifahrer und Schnee, aber auch die Terrasse vor dem neuen Burg Hotel. Im Dezember 2015 wurde es von der Familie Staub wieder eröffnet, am gleichen Platz, wo zuvor die Burgstube stand. Ein treffliches Haus, so scheint es zumindest beim ersten Rundgang und beim Plaudern an der Rezeption. Und wieder nimmt man sich vor, endlich einmal am Feldberg zu übernachten. Ab zwei Nächten gibt es die Hochschwarzwald-Card und damit den Liftpass gratis dazu. Dann hat man am Abend weder 50 noch 150 Kilometer Heimfahrt – sondern schwingt direkt ab in die Erholung.

Hinkommen, Unterkommen, Rumkommen

Anreise

Von Stuttgart mit dem Auto über die A 81 bis Abfahrt Villingen-Schwenningen, über die B 27, die B 31 und die B 500 bis zum Feldberg. Für die 165 Kilometer braucht man zwei Stunden.

Unterkunft

Direkt im Feldberggebiet: Hotel Burg, Grafenmattweg 2, Feldberg, Tel. 0 76 76 / 93 99 28 - 0, www.burg-feldberg.de, ab 79 Euro/pro Person mit HP im DZ. Mit Kindern im Feldberger Hof, Dr.-Pilet-Spur 1, Feldberg, Tel. 0 76 76 / 180, www.feldberger-hof.de, DZ ab 105 Euro. Ab zwei Übernachtungen mit Hochschwarzwald-Card, die auch den Skipass beinhaltet.

Skipass Feldberg

Tageskarte 36 Euro, 3-Stunden-Karte 26 Euro, 2 Tage 68 Euro (jeweils für Erwachsene), Saisonkarte 340 Euro, ab 15. Dezember 350 Euro.

Pisten

30 Kilometer, davon 5 schwer, 15 mittel und 10 leicht.

Lifte

www.liftverbund-feldberg.de

Schneetelefon

Tel. 0 76 76 / 12 14

Parkhaus

Mit Skipass des jeweiligen Tages gratis. Für Spaziergänger: 7,50 Euro für 5 Stunden, 10 Euro für 24 Stunden. Vom Parkhaus gelangt man auf Skiern bis zum Lift am Seebuck und auch wieder zurück.

Termine

FIS Weltcup-Rennen im Skicross vom 3. bis 5. Februar 2017 und im Snow­boardcross vom 10. bis 12. Februar 2017.

Allgemeine Informationen

Hochschwarzwald Tourismus GmbH, Freiburgerstraße 1, Hinterzarten, Tel. 0 76 52 / 12 06 - 0, www.hochschwarzwald.de

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