An der Zeppelinschule in Echterdingen werden von Herbst 2018 an nur noch die Teller von Ganztagsschülern gefüllt Foto: dpa-Zentralbild

OB Roland Klenk wollte das Ruder noch herumreißen. Der Gemeinderat hat dennoch anders entschieden: An der Echterdinger Zeppelinschule bekommen Halbtagsschüler von Herbst 2018 an kein Mittagsmahl mehr.

Leinfelden-Echterdingen - Das Land wird möglicherweise künftig nicht nur klassische Ganztagsschulen, sondern auch die Nachmittagsbetreuung von Halbtagsgrundschülern mitfinanzieren. Diese Nachricht ging am Montag durch die Presse und ist bei Oberbürgermeister Roland Klenk auf großes Interesse gestoßen. Der Rathauschef hat sich deshalb am Dienstag im Gemeinderat in die Diskussion um die Betreuung von Halbtagsschüler an der Echterdinger Zeppelinschule eingeschaltet.

Er hat die Frage aufgeworfen, ob es nicht klüger wäre, die Entscheidung über einen Wegfall des Mittagsessens für Halbtagsschüler bis zu den Sommerferien zu vertagen. Und sagte: „Wir haben die Verpflichtung Eltern möglichst früh über Entscheidungen zu informieren.“ Ein Jahr Vorlauf aber reiche dafür aus.

Zum Verständnis: An der Zeppelinschule können Eltern seit eineinhalb Jahren entscheiden, ob sie ihr Kind halbtags oder ganztags zur Schule schicken. Die Grundschule bietet ganztägigen Unterricht in Wahlform an. Mädchen und Jungen, die halbtags die Schulbank drücken, werden aber auf Wunsch nach Schulschluss bis 13.45 Uhr weiter betreut. Sie können bisher an der Schule auch zu Mittag essen.

Mittags wird es eng in der Mensa

Weil es aber mittags sehr eng wird, soll es dieses Zusatzangebot nur noch bis zum Sommer 2018 geben. Die Halbtagsschüler werden dann zwar weiter bis 13.45 Uhr betreut. Sie müssen aber zu Hause Mittag essen. Darauf hatte sich der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss nach langer Diskussion verständigt (wir berichteten). Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell bewertete den ausgehandelten Empfehlungsbeschluss am Dienstag als einen „guten Kompromiss“. Er sprach sich dafür aus, das Thema nicht mehr zu vertagen.

Denkbar knapp ist das Vollgremium des Gemeinderates nun dem Votum des Fachausschusses gefolgt. Zwölf Stadträte haben dafür gestimmt, dass das Zusatzangebot vom Herbst 2018 an wegfällt, elf waren dagegen. Klenk hat sich schlussendlich seiner Stimme enthalten. Nein zum Wegfall des Angebotes haben insbesondere die SPD, aber auch die CDU gesagt. Jens Zellmer (SPD) hat an seine Rede im Fachausschuss angeknüpft und gesagt: „Das Angebot an Mensaplätzen sollte nicht entscheiden, wo Eltern ihre Kinder zur Schule schicken.“ Fraktionskollegin Barbara Sinner-Bartels ergänzte: „Wir sollten die Chance ergreifen, im Herbst zu überlegen, wie es weiter geht. Jetzt stochern wir bestenfalls im Nebel.“ Claudia Zöllmer (CDU) kündigte einen Antrag an. Die Christdemokraten fordern darin neben dem Workshop zur Grundschulbetreuung, der für kommende Woche angesetzt ist, einen zweiten Workshop zur Ganztagsbetreuung ein.

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