Teures Bauprojekt: hier entsteht zurzeit die neue Sporthalle des Friedrich-Eugens-Gymnasiums. Foto: Sybille Neth

Am Friedrich-Eugens-Gymnasium wird überlegt, wie man eine Pausenhalle finanzieren könnte.

S-West - Am Friedrich-Eugens-Gymnasium (FEG) macht sich Enttäuschung breit. Grund dafür ist, dass die Pausenhalle aus den Plänen des Bauvorhabens gestrichen worden ist – ein überdachter Gang mit etwa 25 Meter Länge zwischen der neuen Turnhalle und dem Schulgebäude. Das Schulgelände des FEG ist momentan eine Baustelle. Seit vergangenem Jahr wird dort an dem Neubau einer Großturnhalle gearbeitet, unter die eine Tiefgarage kommt. Die Bauarbeiter arbeiten sich Stück für Stück aus dem Untergrund nach oben. Die Wände der Tiefgarage sind betoniert, die Geschossdecke eingezogen, momentan finden die Arbeiten auf Höhe der künftigen Umkleidekabinen statt.

Mit 7,1 Millionen Euro ist es das derzeit teuerste städtische Projekt im Stuttgarter Westen. Und wie so häufig bei Großprojekten droht es, teurer zu werden. Die Pausenhalle würde rund 100 000 Euro kosten, und bereits im Oktober vergangenen Jahres hat der Gemeinderat beschlossen, dass man an dieser Stelle sparen kann. In den Bezirksbeirat war der Beschluss nie gelangt. Auch die Eltern erfuhren erst im Februar davon.

Rolf-Peter H. Kress, CDU-Bezirksbeirat, hält dies für eine „Unverschämtheit“. In einem Antrag fordert er, die Verwaltung möge im Bezirksbeirat über diese Entwicklungen berichten. Die Lokalpolitiker unterstützen den Antrag einstimmig. Der Bezirksbeirat als örtlich verwurzeltes Gremium signalisiert damit Einheit und möchte gegenüber der Stadtverwaltung die Wichtigkeit der Pausenhalle für die Schule verdeutlichen.

Finanzierung über Spendenaktion und Sponsorenlauf

Rektor Martin Dupper hält den Bau einer solchen Halle aus mehreren Gründen für dringend notwendig. „Wir haben keine Aula oder sonstige Versammlungsräume für kleinere Veranstaltungen“, sagt Dupper, „die mussten bisher immer im Foyer oder in den Gängen stattfinden, ein Umstand, den ich nicht für pädagogisch sinnvoll erachte.“ Für solche Zwecke würde sich die Pausenhalle eignen. Für große Veranstaltungen könnte wie bisher die Turnhalle genutzt werden.

Auch aus Sicherheits- und Sichtschutzgründen sei ein überdachter Gang wichtig. Denn ohne diesen sei der Schulhof in Richtung Norden ungeschützt einsehbar. „Und die Schüler müssen weiterhin ihre Pausen draußen verbringen“, sagt der Rektor – egal, bei welchem Wetter.

Martin Dupper denkt nun darüber nach, den Bau der Pausenhalle über Spendenaktionen oder einen Sponsorenlauf zumindest mitzufinanzieren. Für das Schülerhaus, das 2007 eröffnet wurde, hatte sich die Schule schon einmal an den Kosten beteiligt und ein Drittel der Summe erlaufen. Karin Korn, Leiterin des Schulverwaltungsamts, hält dies ebenfalls für eine gute Idee. „Ich möchte die Schule motivieren, Sponsoren zu suchen“, sagt sie.

970 000 Euro wurden gespart

Zusätzlich rät sie der Schule, die Online-Plattform der Kids-Initiative Stuttgart zu nutzen. „Dort können Schulen ihre Wünsche reinstellen und andere Nutzer, die für Projekte spenden wollen, können sich eines aussuchen“, so Korn. Dass die fehlenden 100 000 Euro von städtischer Seite noch aufgebracht werden, hält sie für unwahrscheinlich. „Angesichts der wahnsinnig viele Vorhaben und Investitionen, die momentan anstehen, kann ich nicht einfach eine Schule rausgreifen und sagen, das finanzieren wir nach“, so Korn. Außerdem, so die Amtsleiterin, bleibe es immer noch ein Millionenprojekt.

Dass die 7,1 Millionen Euro nicht reichen könnten, hat sich bereits vergangenen Sommer abgezeichnet. Die erste Ausschreibung für die Handwerker wurde aufgehoben, weil alle Angebote deutlich über dem Budget lagen. Im Zuge der zweiten Ausschreibung wurde dann die Liste möglicher Einsparungen erstellt, die so auch beschlossen worden ist. Insgesamt können so knapp 970 000 Euro gespart werden. Neben der Pausenhalle sind dies noch nach außen hin weniger sichtbare Punkte wie beispielsweise Umplanungen und Optimierungen bei der Baustelleneinrichtung.

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