In der Nähe des Bosch-Hauptsitzes in Schwieberdingen sollen Gewerbeflächen im großen Stil entstehen. Foto: Simon Granville)

Noch ist unklar, ob Porsche beim regionalen Gewerbeschwerpunkt in Schwieberdingen dabei ist. Mit Markgröningen gab jetzt die letzte Kommune ihr Okay zum Zweckverband.

Drei Musketiere elektrisieren die Leser in Alexandre Dumas’ gleichnamigen Roman – dem Trio gesellte sich bekanntlich in d’Artagnan ein vierter Held hinzu. Die Stadt Markgröningen nimmt diese Rolle im geplanten Zweckverband für einen regionalen Gewerbeschwerpunkt in der Nähe des Bosch-Hauptsitzes in Schwieberdingen ein. Die Standortkommune sowie die Mitbeteiligten Ditzingen und Hemmingen hatten bereits ihr Ja gegeben. Nun zog Markgröningen als Vierter im Bunde nach.

 

Das Projekt kann nur entstehen, wenn die Kommunen gemeinschaftlich vorgehen. In Zusammenarbeit mit dem Verband Region Stuttgart (VRS) hatten die Partner eine Satzung für ein Areal formuliert, das vor allem der Automobilindustrie eine Perspektive bieten soll. Ob Porsche jedoch Teile seiner Zulieferfertigung für die Taycan-Produktion in Zuffenhausen dort ansiedelt, bleibt unklar. Der Konzern hatte sich zuletzt zurückhaltend geäußert. An Interessenten für das Gesamtgebiet mit 45 Hektar scheint es aber nicht zu mangeln.

Porsche wollte sich auf 15 Hektar ansiedeln

Der regionale Gewerbeschwerpunkt liegt mit 23 Hektar neben der 17 Hektar großen Erweiterungsfläche von Bosch und einer kleineren Fläche für Schwieberdinger Betriebe. Alle Flächen sollen vom Zweckverband vermarktet werden. Porsche hatte angekündigt, sich auf 15 Hektar anzusiedeln. Die Initiative Lebenswertes Strohgäu bezweifelt, ob das Projekt wirtschaftlich ist. Die Erschließungskosten werden auf 80 Millionen bis 100  Millionen Euro geschätzt.

Mit am Tisch sitzen, wenn es um ein großes Gewerbegebiet an der Gemarkungsgrenze geht – das wollen die Markgröninger Stadträte: auch im Hinblick auf eine spätere Erweiterung auf ihrer Fläche.

Verteilschlüssel sichert Schwieberdingen 51 Prozent zu

Im Ditzinger Gemeinderat war Kritik daran laut geworden, dass sich Schwieberdingen 51 Prozent des Gewerbesteueraufkommens sicherte, die anderen Kommunen nur je etwa 16 Prozent erhalten sollen. Letztlich sieht Ditzingens parteiloser OB Michael Makurath darin einen Beitrag zur Entwicklung eines großflächigen Gewerbestandorts.