Abgang unter noch nicht vollends geklärten Umständen. Foto: dpa

Sachsens MP Tillich tritt ab – das wird die Debatte über Verjüngung und Kurs anheizen, meint unser Berliner Korrespondent Christopher Ziedler.

Berlin - Für das sächsische CDU-Abschneiden bei der Bundestagswahl übernimmt Ministerpräsident Stanislaw Tillich die Verantwortung. Auf Platz 2 hinter der AfD landeten die Christdemokraten im Freistaat, ein Schock weit über die Landesgrenzen hinaus. So haben auch Tillichs Rückzieher und die Ämterübergabe an den jungen Michael Kretschmer unverkennbar eine bundespolitische Dimension. In einer Phase, in der gerade jüngere Parteifunktionäre auf Konservatismus und Verjüngung der Spitze setzen, wird ihnen die Dresdner Rochade als Ermunterung dienen, ähnliche Schritte nun auch in Berlin zu fordern.

Unionsinternen Sprengstoff birgt die Personalie vor allem, da mit Tillich ein Kritiker Angela Merkels den Hut nimmt. Schon machen in der CDU Gerüchte die Runde, nicht Sachsens Basis habe ihn zum Gehen gedrängt, sondern die Bundesspitze: Tillich, der sich gerade für einen Rechtskurs aussprach, solle mundtot gemacht werden. Das muss keineswegs stimmen, aber es zeigt, wie aufgekratzt die Stimmung gegenüber der Parteiführung ist. Die Wunden der Partei sind noch lang nicht verheilt.

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