Schulleiterin Ingrid Macher und Bildungsbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Foto: Fritzsche

Der Erweiterungsbau der Rosensteinschule ist eingeweiht worden. Bereits seit Sommer 2013 werden Mensa, Aufenthalts- und Klassenräume von den Schülern benutzt.

S-Nord - Was lange währt, wird wahr“, sagte Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Sport, Kultur und Bildung bei der Einweihung des Erweiterungsbaus der Rosensteinschule.

Denn bereits 2008 hatte der Gemeinderat den finanziellen Rahmen für den Ganztagesausbau der Stuttgarter Schulen gesetzt. 2011 begannen die Bauarbeiten an der Rosensteinschule, und im vergangenen Juni konnte der Anbau von den Schülern bezogen werden.

Nun also die offizielle Einweihung: Der Neubau schließt an den L-förmigen Hauptbau an. 630 Quadratmeter umfasst das Gebäude. „Das Gelände kam uns entgegen“, sagte Kai Haag vom Architekturbüro Drei Architekten, das für den Anbau verantwortlich zeichnet. Dank des Höhenversatzes hat der Anbau drei Geschosse statt wie der Hauptbau nur zwei. Draußen ist direkt neben dem Schulhof eine große Freitreppe entstanden. Im Untergeschoss befindet sich die neue Mensa mit 96 Sitzplätzen, die auch als Aula benutzt wird, und eine Küche. Im ersten Stock sind Aufenthalts-, Bewegungs- und Medienräume, Lehrer- und Elternsprechzimmer untergebracht, im zweiten Stock die Fachklassenräume für Biologie und Physik. „Der Bau ist in Beton gehalten, veredelt mit Holz für Schränke, Fenster und Türen“, erklärte Haag. Wenig Farbe sei verwendet worden, bis auf den Pflaumenton, der sich an Wänden und auf dem Mobiliar wiederfindet.

Seit 2011 läuft der Ganztagesbetrieb

Der Neubau schließt an das östliche Ende des Altbaus an, wo auch ein neues Treppenhaus und ein Aufzug eingerichtet worden sind, sodass die oberen Stockwerke nun barrierefrei zu erreichen sind. 4,5 Millionen Euro hat der Erweiterungsbau gekostet. „Es ist berechtigt, dass der Gemeinderat hier viel Geld zur Verfügung stellt“, sagte Susanne Eisenmann, „für eine optimale Betreuung der Kinder.“ Als zusätzliches Geschenk überbrachte sie im Auftrag der Stadt acht Experimentierkästen, die in den neuen Räumen zum Einsatz kommen sollen.

Bereits 2011 hat die Rosensteinschule den Ganztagesbetrieb aufgenommen. „Nicht immer einfach“ sei das gewesen, merkte die Bildungsbürgermeisterin in ihrer Ansprache an. Die Schulleiterin Ingrid Macher nickte dazu. „Vieles von dem, was heute nicht mehr vermittelt werden kann oder will, muss die Schule erfüllen“, so Eisenmann weiter. Darum spiele der „Raum als dritter Pädagoge“ eine große Rolle, neben den Lehrern und den Schülern: „Die Aufenthaltsdauer in der Schule wird immer länger und deshalb die Aufenthaltsqualität immer wichtiger.“

Zukunft der Werkrealschule ist unsicher

Trotz dieser großen Investition steht nach wie vor nicht fest, ob der Werkrealschulzweig an der Rosensteinschule bestehen bleibt oder nicht. Auch für das Schuljahr 2014/2015 wird nochmals eine fünfte Klasse aufgemacht werden. Wie es danach weitergeht, weiß noch niemand zu sagen. Auch Ingrid Macher betonte dies mehrmals während der Einweihungsfeier. Nachdem die Kinder der Klasse 1c ein Joachim-Ringelnatz-Gedicht aufgesagt hatten, erläuterte Macher: „Die Kinder sind erst im Laufe des Jahres nach Deutschland gekommen.“ Es sei der Erfolg der Ganztagesschule und der intensiven Förderung an der Rosensteinschule, dass sie bereits gut genug Deutsch sprächen, um ein Gedicht vorzutragen.

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